Schlupfwespen der Gattung Cratichneumon
Name
Cratichneumon spp.
Familie
Ichneumonidae (Schlupfwespen)
Körpergröße
ca. 8–18 mm Körperlänge (je nach Art)
Merkmale
Die Arten der Gattung Cratichneumon sind mittelgroße bis größere Schlupfwespen mit dem für Ichneumonidae typischen schlanken, langgestreckten Körperbau. Die Färbung variiert je nach Art erheblich, häufig treten schwarz-gelbe oder schwarz-rötliche Muster auf. Der Hinterleib ist charakteristisch gestielt und beweglich. Weibchen besitzen einen deutlich sichtbaren Legebohrer, der zur Eiablage in Wirtspuppen genutzt wird. Die langen, fadenförmigen Fühler sind ein weiteres typisches Merkmal der Familie.
Lebensraum
Vertreter der Gattung Cratichneumon besiedeln bevorzugt strukturreiche Lebensräume wie Waldränder, Lichtungen sowie Hecken-Biotope. Solche Übergangszonen bieten sowohl ausreichend Blütenreichtum für die Nahrungsaufnahme als auch ein hohes Angebot an geeigneten Wirtspuppen. Erwachsene Tiere sind in Mitteleuropa in der Regel von Frühjahr bis Herbst anzutreffen, mit einem Schwerpunkt der Aktivität von Mai bis September, abhängig von der jeweiligen Art und dem Entwicklungszyklus der Wirtsart.
Besonderheiten
Arten der Gattung Cratichneumon zählen zu den parasitoiden Hautflüglern: Die Weibchen legen ihre Eier gezielt in die Puppen von Spannerfaltern (Geometridae) ab. Die Larven der Schlupfwespe entwickeln sich anschließend als Endoparasitoide im Innern der Wirtspuppe und töten diese dabei ab. Dieses Verhalten macht Cratichneumon-Arten zu natürlichen Gegenspielern mancher Spanner-Arten und damit zu ökologisch bedeutsamen Regulatoren in Waldökosystemen. Eine Bestimmung bis auf Artniveau ist ohne Spezialwissen und Untersuchung unter dem Mikroskop in der Regel nicht möglich, da sich viele Arten der Gattung äußerlich sehr ähneln und die Taxonomie der Gruppe komplex ist.