Schlupfwespe Aphanistes gliscens
Name
Aphanistes gliscens
Familie
Ichneumonidae (Schlupfwespen)
Körpergröße
ca. 10–15 mm Körperlänge
Merkmale
Aphanistes gliscens zeigt den typischen Körperbau der Schlupfwespen: ein schlanker, lang gestreckter Körper mit deutlich abgesetztem Hinterleib und gut ausgeprägtem Taillensegment. Die Färbung ist überwiegend schwarz, mit rötlich-gelben oder orangefarbenen Beinabschnitten und hellen Zeichnungselementen am Hinterleib, was für viele Vertreter der Gattung Aphanistes charakteristisch ist. Die Fühler sind fadenförmig und vergleichsweise lang. Weibchen besitzen einen auffälligen, teils langen Legebohrer, mit dem sie ihre Wirtstiere präzise parasitieren.
Lebensraum
Die Art besiedelt bevorzugt Misch- und Nadelwälder, wo sie in enger Bindung an ihre Wirtsarten vorkommt. Besonders Kiefernreiche Bestände sind ein typischer Lebensraum, da dort die Kieferneulenraupe (Panolis flammea) als bevorzugter Wirt heimisch ist. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis September. Ein dokumentierter Fundort ist das Hohe Holz bei Wunstorf (Niedersachsen), wo die Art im Mai 2015 nachgewiesen wurde.
Besonderheiten
Aphanistes gliscens ist ein Endoparasitoid, der seine Eier in Schmetterlingsraupen ablegt, bevorzugt an der Kieferneulenraupe (Panolis flammea). Die Larve entwickelt sich im Inneren des Wirts und tötet ihn schließlich im Puppenstadium. Schlupfwespen der Familie Ichneumonidae gelten als wichtige natürliche Regulatoren von Forstschädlingen wie der Kieferneule, die in Kiefernwäldern erhebliche Fraßschäden verursachen kann. Die Gattung Aphanistes gehört zur Unterfamilie Anomaloninae und umfasst in Europa nur wenige Arten. Aufgrund der versteckten Lebensweise und der Spezialisierung auf bestimmte Wirte sind genaue Bestandsdaten selten, weshalb diese Schlupfwespenart in entomologischen Sammlungen vergleichsweise wenig vertreten ist.