Weidensandbiene (Andrena vaga)

Andrena vaga Weibchen

Name

Weidensandbiene (Andrena vaga)

Familie

Andrenidae (Sandbienenartigen)

Körpergröße

Körperlänge 11–14 mm

Merkmale

Die Weidensandbiene gehört zu den größeren Vertretern der Sandbienen. Die Weibchen sind auffällig hell behaart – Thorax und Abdomen tragen dichte, weißlich-graue Haarbinden, was der Art ein charakteristisches Erscheinungsbild verleiht. Die Männchen sind schlanker und ebenfalls hell behaart, mit einem markant weißen Gesichtspelz. Wie alle Sandbienen besitzen die Weibchen ausgeprägte Sammelbürsten an den Hinterbeinen zur Pollenaufnahme.

Lebensraum

Die Weidensandbiene besiedelt offene, sandige Lebensräume wie Sandgruben, Dünen, sandige Wegränder und Trockenrasen. Entscheidend ist lockerer, grabfähiger Boden für den Nestbau sowie die Nähe zu Weidenkätzchen, ihrer bevorzugten Pollenquelle. Die Flugzeit erstreckt sich von März bis Mai – damit zählt sie zu den früh fliegenden Wildbienenarten des Jahres.

Besonderheiten

Die Weidensandbiene gilt als oligolektisch, sammelt also Pollen nahezu ausschließlich von Weiden (Salix-Arten) – eine enge ökologische Bindung, die sie von vielen anderen Bienenarten unterscheidet. Die Weibchen graben senkrechte Neströhren in den Boden, an deren Ende die Brutzellen angelegt werden. Jede Zelle wird mit einem Ei sowie einem Vorrat aus Pollen und Nektar versehen und anschließend mit Sand verschlossen. In geeigneten Habitaten bildet die Art beeindruckend große Nistkolonien mit hunderten oder sogar tausenden von Nestern auf engem Raum. Als Kuckucksbiene der Weidensandbiene gilt die Wespenbiene Nomada lathburiana, die ihre Eier in fremde Brutzellen legt. In Deutschland gilt Andrena vaga derzeit als nicht gefährdet, leidet aber regional unter Habitatverlust durch Sandabbau und Flächenverdichtung.