Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae)
Name
Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae)
Familie
Colletidae (Seidenbienen)
Körpergröße
Körperlänge 8–14 mm
Merkmale
Die Efeu-Seidenbiene gehört zu den mittelgroßen Wildbienenarten. Wie alle Vertreter der Gattung Colletes besitzt sie eine charakteristische zweigelappte Zunge, die zur Auskleidung der Brutzellen mit einer seidigen, zellophanartigen Substanz genutzt wird – daher der Familienname Seidenbienen. Die Weibchen zeigen helle, gelblich-braune Haarbinden auf dem Hinterleib, die Männchen sind ähnlich gezeichnet, jedoch etwas schlanker gebaut. Der Körper ist dicht behaart, was die Art von verwandten Schwebfliegen oder Honigbienen auf den ersten Blick unterscheidet.
Lebensraum
Die Efeu-Seidenbiene besiedelt eine Vielzahl offener bis halboffener Lebensräume, sofern geeignete Nistmöglichkeiten und ausreichend Efeu als Nahrungsquelle vorhanden sind. Bevorzugte Nistplätze der Weibchen sind vegetationsarme, besonnte Erdaufschlüsse wie Abbruchkanten, Sandgruben, Lößwände und Böschungen. Die Art ist ausgesprochen spät im Jahr aktiv: Die Flugzeit erstreckt sich von August bis Oktober und fällt damit nahezu exakt mit der Blütezeit des Efeus zusammen. Man findet die Tiere daher häufig in Gärten, Parks, Weinbergen, Waldrändern und Siedlungsbereichen, wo Efeu großflächig blüht.
Besonderheiten
Die Efeu-Seidenbiene gilt als oligolektisch – sie sammelt Pollen bevorzugt an Efeu (Hedera helix), weicht bei Nahrungsknappheit aber auch auf andere Blüten aus. Ursprünglich im Mittelmeerraum verbreitet, hat sich Colletes hederae seit den 1990er-Jahren rasant nach Nord- und Mitteleuropa ausgedehnt, begünstigt durch mildere Herbste infolge des Klimawandels sowie die zunehmende Verbreitung von Efeu in Städten und Gärten. In Deutschland gilt sie inzwischen als etablierte Art und tritt mancherorts in beeindruckend großen Aggregationen auf, da Weibchen gesellig nisten. Trotz des Massenauftretens an Nistplätzen ist die Art nicht staatenbildend, sondern solitär lebend. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Colletes-Arten wie der Späten Seidenbiene (Colletes succinctus).