Kurzstielsandwespe (Podalonia hirsuta)

Kurzstielsandwespe Podalonia hirsuta

Name

Kurzstielsandwespe (Podalonia hirsuta)

Familie

Crabronidae (Grabwespen)

Körpergröße

Körperlänge: Männchen 14–16 mm, Weibchen 18–20 mm

Merkmale

Die Kurzstielsandwespe ist eine mittelgroße bis große Solitärwespe mit dem für Sandwespen typischen schlanken Körperbau und einem kurzen Petiolus, dem stielförmigen Hinterleibsansatz. Der Körper ist überwiegend schwarz gefärbt, das Abdomen trägt meist auffällige rötlich-orange Binden. Charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist das behaarte Dorsalfeld des Propodeums, also der hintere Abschnitt des Thorax. Dieses Merkmal unterscheidet Podalonia hirsuta zuverlässig von der sehr ähnlichen Podalonia affinis, bei der dieses Feld unbehaart ist. Die Weibchen sind mit 18 bis 20 mm deutlich größer als die Männchen, die lediglich 14 bis 16 mm erreichen.

Lebensraum

Die Kurzstielsandwespe besiedelt offene, sandige Lebensräume wie Sandgruben, Sandmagerrasen und trockene Waldränder mit lockerem, grabbarem Untergrund. Solche Standorte sind für die Nestanlage unverzichtbar, da die Weibchen ihre Brutzellen in den Boden graben. Die Art überwintert als befruchtetes Weibchen und ist bereits ab April bis September aktiv. Damit zählt sie zu den vergleichsweise langfristig fliegenden Solitärwespen Mitteleuropas.

Besonderheiten

Podalonia hirsuta ist eine solitär lebende Grabwespe mit bemerkenswertem Brutverhalten: Das Weibchen gräbt für jede Brut eine eigene Niströhre mit genau einer Brutzelle. Als Proviant für die Larve wird eine unbehaarte Eulenfalter-Raupe gejagt, durch einen gezielten Stich gelähmt und in die Zelle eingetragen. Auf das gelähmte, aber noch lebende Opfer wird ein Ei gelegt, sodass die Larve stets mit frischer Nahrung versorgt ist. Diese Spezialisierung auf Eulenfalter-Raupen macht die Art zu einem wichtigen Bestandteil des Ökosystems offener Sandlebensräume. Da geeignete Sandhabitate in Mitteleuropa zunehmend selten werden, gilt Podalonia hirsuta in mehreren Bundesländern als gefährdet.