Kahlrückige Waldameise (Formica cf. polyctena)

Formica polyctena Merkmale

Name

Kahlrückige Waldameise (Formica polyctena)

Familie

Formicidae (Ameisen)

Körpergröße

Körperlänge: 4–9 mm (Arbeiterinnen)

Merkmale

Die Kahlrückige Waldameise ähnelt in Gestalt und Färbung stark der Roten Waldameise: Kopf und Hinterleib sind dunkelbraun bis schwarz, der Brustbereich (Thorax) ist rötlich-braun gefärbt. Das entscheidende Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Roten Waldameise (Formica rufa) ist das weitgehend kahle Pronotum – der vordere Rückenabschnitt des Thorax trägt bei Formica polyctena kaum Härchen. Dieses Merkmal ist mit bloßem Auge meist nicht erkennbar und erfordert in der Regel eine Lupe oder ein Mikroskop zur sicheren Bestimmung. Königinnen und Männchen sind deutlich größer als die Arbeiterinnen.

Lebensraum

Die Kahlrückige Waldameise besiedelt bevorzugt Nadel- und Mischwälder, wobei sie im Gegensatz zur Roten Waldameise auch dichte, geschlossene Waldbestände bewohnt und nicht auf lichte Waldränder oder Lichtungen angewiesen ist. Die Art baut charakteristische Hügelnester aus Pflanzenteilen, Nadeln und Ästchen, die sich oft zu beachtlicher Größe entwickeln. Formica polyctena ist ganzjährig aktiv, wobei die Aktivität in den Wintermonaten stark reduziert ist. Die Hauptaktivitätszeit liegt von März bis Oktober.

Besonderheiten

Ein markantes Merkmal der Kahlrückigen Waldameise ist ihre Fähigkeit zur Polydomie – eine Kolonie kann aus mehreren miteinander vernetzten Nestern bestehen und zudem polygyn sein, also mehrere Königinnen beherbergen. Dies ermöglicht die Bildung sehr großer Superkolonien. Die Art gilt als nützlicher Waldhelfer, da sie große Mengen an Forstschädlingen wie Raupen und anderen Insekten erbeutet. Formica polyctena steht in Deutschland unter Naturschutz und darf weder gefangen noch ihr Nest beschädigt werden.