Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

Die Art ernährt sich ausschließlich von Honigtau

Name

Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)

Familie

Formicidae

Körpergröße

Arbeiterinnen und Männchen 4–6 mm, Königinnen 6–6,5 mm Körperlänge

Merkmale

Die Glänzendschwarze Holzameise trägt ihren Namen zurecht: Ihr Körper ist tief schwarz und weist einen auffälligen, lackartig glänzenden Chitinpanzer auf. Der Kopf ist im Vergleich zu anderen Lasius-Arten recht groß und herzförmig. Charakteristisch ist zudem der intensive, süßlich-terpentinartige Geruch, den die Tiere beim Zerquetschen oder bei Erregung verströmen – er rührt von der Ameisensäure und weiteren chemischen Verbindungen im Wehrsekret her. Die Taille weist wie bei allen echten Ameisen ein deutliches Petiolus-Segment auf.

Lebensraum

Lasius fuliginosus besiedelt bevorzugt alte Laub- und Mischwälder mit einem reichen Angebot an Totholz, kommt aber auch in Parkanlagen und alten Gärten vor. Die Nester werden in morschem Holz angelegt, häufig in Baumstümpfen oder hohlen Stämmen. Typischerweise übernimmt die Art dabei Nester der Gelben Schattenameise (Lasius umbratus), die ihrerseits als Wirt für die Nestgründung dient. Aktive Arbeiterinnen sind in Mitteleuropa von April bis Oktober anzutreffen, der Hochbetrieb herrscht in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Lasius fuliginosus ist ein sozialer Parasit: Eine junge Königin dringt in ein Nest von Lasius umbratus ein, tötet oder verdrängt dort die ansässige Königin und nutzt die vorhandene Arbeiterinnenschaft zur Aufzucht der eigenen Brut. Die Art ernährt sich ausschließlich von Honigtau, den sie von Blattläusen melkt – eigene Jagd auf Beutetiere findet nicht statt. Zur Verteidigung setzen die Ameisen ein Wehrsekret ein, das Artgenossen alarmiert und Fressfeinde sowie konkurrierende Ameisenarten abschreckt. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Tiere ihre Nestkammern mit einem papierartigen Material aus Holzfasern und Pilzmyzel verstärken, das dem Nest eine besondere Stabilität verleiht.