Große Blutbiene (Sphecodes albilabris)

Sphecodes albilabris Männchen

Name

Große Blutbiene (Sphecodes albilabris)

Familie

Halictidae (Furchenbienen)

Körpergröße

Körperlänge bis 15 mm

Merkmale

Die Große Blutbiene ist mit bis zu 15 mm Körperlänge deutlich größer als alle anderen Vertreter ihrer Gattung und fällt dadurch bereits auf den ersten Blick auf. Charakteristisch für die Gattung Sphecodes ist die kontrastreiche Färbung aus schwarzem Kopf und Thorax sowie leuchtend rotem Abdomen. Die Geschlechter unterscheiden sich dabei deutlich: Weibchen tragen am Ende des rot gefärbten Hinterleibs meist eine schwarze Spitze, während Männchen häufig ein dunkleres, oft am Ende geschwärztes Abdomen mit einer etwas ausgedehnteren dunklen Zeichnung besitzen. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen, die Art wirkt insgesamt robuster als ihre kleineren Verwandten.

Lebensraum

Die Große Blutbiene bevorzugt offene, warme und sandige Lebensräume. Besonders häufig ist sie in aufgelassenen Sandgruben, auf Binnendünen, an Sandwegen und in Trockenrasen anzutreffen – überall dort, wo lockerer Sand für Nistgelegenheiten zur Verfügung steht. Die Art kommt in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens vor. Die Flugzeit erstreckt sich von April bis September, mit einem Schwerpunkt in den Sommermonaten.

Besonderheiten

Blutbienen der Gattung Sphecodes sind Kleptoparasiten: Sie legen ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen. Die Große Blutbiene parasitiert vor allem die Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius). Das Weibchen dringt in fremde Nester ein, entfernt das Ei oder die junge Larve der Wirtsbiene und legt anschließend ein eigenes Ei in die vorbereitete Brutzelle. Die schlüpfende Larve nutzt den bereits vorhandenen Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar für ihre Entwicklung. Die Große Blutbiene ist damit eine typische Kuckucksbiene und auf das Vorkommen geeigneter Wirtsbienen angewiesen. Geeignete Sandlebensräume sind deshalb für den Fortbestand der Art von besonderer Bedeutung.