Gemeiner Weberknecht (Mitopus morio)

Im Flachland ist Mitopus morio überwiegend nachtaktiv

Name

Gemeiner Weberknecht (Mitopus morio)

Familie

Phalangiidae

Körpergröße

Männchen 3–5 mm, Weibchen 5–9 mm Körperlänge

Merkmale

Mitopus morio ist ein typischer Vertreter der Weberknechte mit einem kompakten, ovalen Körper und den charakteristisch langen, dünnen Laufbeinen, die ein Vielfaches der Körperlänge erreichen können. Die Grundfärbung variiert stark – von hellbraun über graubraun bis nahezu schwarz, häufig mit einem dunkleren Sattelfleck auf dem Rücken. Männchen sind in der Regel deutlich kleiner und kontrastreicher gezeichnet als Weibchen. Wie alle Weberknechte besitzt Mitopus morio einen verschmolzenen Körper, bei dem Vorder- und Hinterkörper breit aneinandergrenzen und keine Wespentaille bilden, was ihn klar von Webspinnen unterscheidet.

Lebensraum

Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Waldränder, Gärten, feuchte Laub- und Mischwälder sowie felsige Hänge zählen zu ihren bevorzugten Habitaten. Innerhalb dieser Bereiche hält sich Mitopus morio vorwiegend in der Krautschicht, auf Felsen und in Bodennähe auf. Ausgewachsene Tiere sind von Juli bis November anzutreffen.

Besonderheiten

Mitopus morio ist überwiegend tagaktiv und lässt sich besonders bei geeigneter Witterung häufig in der Vegetation beobachten. Die Art gehört zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Weberknechten Mitteleuropas und kommt von der Tiefebene bis in alpine Lagen vor. Weberknechte sind keine Spinnen und produzieren keine Fangnetze; sie erbeuten kleine Insekten und andere Kleintiere, nehmen aber auch pflanzliches Material, Pilze und Aas auf. Bei Bedrohung können sie Abwehrsekrete aus ihren Stinkdrüsen absondern oder ein Bein abwerfen, um einem Fressfeind zu entkommen. Eine Verwechslung ist vor allem mit anderen Phalangiidae-Arten wie Oligolophus tridens möglich.