Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
Name
Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
Familie
Thomisidae (Krabbenspinnen)
Körpergröße
Weibchen 9–11 mm, Männchen 3–4 mm Körperlänge
Merkmale
Die Veränderliche Krabbenspinne zeigt einen gedrungenen, breiten Körperbau, der an eine Krabbe erinnert – daher auch der Familienname. Die vorderen zwei Beinpaare sind deutlich länger und kräftiger als die hinteren und werden seitlich ausgestreckt gehalten. Weibchen können ihre Grundfärbung aktiv zwischen Weiß, Gelb und Grünlich wechseln, oft ergänzt durch rötliche Längsstreifen an den Seiten des Hinterleibs. Männchen sind deutlich kleiner und kontrastreich gezeichnet, mit dunkelbraunem Vorderkörper und hellem Hinterleib. Ein Netz wird nicht gebaut.
Lebensraum
Die Art besiedelt blütenreiche, sonnige Lebensräume wie Wiesen, Trockenrasen, Waldränder und Säume. Bevorzugt werden großblütige Pflanzen wie Margeriten, Schafgarbe oder Disteln, auf denen die Spinne lauert. Adulte Tiere sind von Mai bis Juli anzutreffen, Weibchen gelegentlich auch noch im August während der Eiablage.
Besonderheiten
Die Fähigkeit zum aktiven Farbwechsel ist unter mitteleuropäischen Spinnen einzigartig und dient der Tarnung beim Beutelauern. Der Wechsel zwischen Weiß und Gelb wird durch Einlagerung bzw. Abbau von Gelbpigmenten gesteuert und dauert mehrere Tage. Die Spinne schlägt Insekten – darunter auch deutlich größere Bienen und Hummeln – mit einem Giftstich in den Nacken, ohne ein Fangnetz zu nutzen. Das Weibchen bewacht seinen Eikokon aktiv, nimmt in dieser Zeit aber keine Nahrung auf und stirbt meist kurz nach dem Schlupf der Jungtiere. In Deutschland ist die Art weit verbreitet und nicht gefährdet. Verwechslungen sind mit der Dreieckigen Krabbenspinne (Heriaeus hirtus) oder anderen Thomisiden möglich.