Rindenspringspinne (Marpissa muscosa)

Marpissa muscosa benötigt natürliche oder künstliche Holzstrukturen

Name

Rindenspringspinne (Marpissa muscosa)

Familie

Salticidae (Springspinnen)

Körpergröße

Weibchen bis 12 mm, Männchen bis 10 mm Körperlänge

Merkmale

Die Rindenspringspinne gehört zu den größten heimischen Springspinnen. Ihr Körper ist auffallend flach und langgestreckt – eine ideale Anpassung an das Leben unter Baumrinden und in engen Spalten. Die Grundfärbung ist braun bis graubraun mit hellen und dunklen Längsstreifen, die eine hervorragende Tarnung auf Borke und Holz erzeugen. Wie alle Springspinnen besitzt Marpissa muscosa vier große Vorderaugen, die ihr ein breites Sichtfeld und ein ausgezeichnetes räumliches Sehvermögen verleihen. Die Beine sind kräftig und gut für schnelle Sprünge geeignet.

Lebensraum

Die Rindenspringspinne bewohnt lichte Laubwälder, Streuobstwiesen und strukturreiche Gärten. Sie ist eng an Holzstrukturen gebunden und bevorzugt sonnenbeschienene Baumstämme, alte Obstbäume, Zaunpfähle und Totholz. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet und häufig anzutreffen. Erwachsene Tiere sind vor allem von April bis August aktiv, wobei die Hauptaktivitätszeit in die warmen Sommermonate fällt.

Besonderheiten

Als tagaktive Jägerin schleicht sich die Rindenspringspinne lautlos an Insekten und andere Kleintiere heran und überwältigt sie mit einem gezielten Sprung – dabei sichert sie sich stets mit einem Sicherheitsfaden. Zum Schutz vor Kälte und schlechtem Wetter spinnt sie unter Rinde oder in Holzspalten eine kleine röhrenartige Wohnhöhle. Darin verbringt sie auch die Wintermonate. Das Balzverhalten der Männchen ist typisch für Springspinnen: Sie führen vor dem Weibchen einen auffälligen Tanz mit gespreizten Vorderbeinen und Zickzackbewegungen auf. Eine Verwechslung ist mit der ähnlich gebauten Marpissa radiata möglich, die jedoch bevorzugt Schilfbestände besiedelt.