Listspinne (Pisaura mirabilis)

Pisaura mirabilis sucht in der Vegetation aktiv nach Beute

Name

Listspinne (Pisaura mirabilis)

Familie

Pisauridae (Jagdspinnen)

Körpergröße

Weibchen 12–15 mm, Männchen 10–13 mm Körperlänge

Merkmale

Die Listspinne ist eine mittelgroße, schlanke Spinne mit einem charakteristischen hellen Längsstreifen auf dem Carapax, der von zwei dunkleren Bändern gesäumt wird. Der Hinterleib zeigt ein ähnliches Streifenmuster. Die Grundfärbung reicht von gelblich-braun über rotbraun bis hin zu dunkelbraun – die Art gilt als ausgesprochen variabel in ihrer Zeichnung. Männchen sind in der Regel kontrastreicher gefärbt als Weibchen. Die langen, kräftigen Laufbeine ermöglichen eine schnelle Fortbewegung am Boden.

Lebensraum

Die Listspinne besiedelt strukturreiche, warm-trockene bis mäßig feuchte Lebensräume: Waldränder, Wiesen, Gärten und Hecken-Biotope zählen zu ihren bevorzugten Aufenthaltsorten. Sie hält sich bevorzugt in der bodennahen Vegetation oder direkt auf dem Boden auf. Adulte Tiere sind von Mai bis Juli anzutreffen.

Besonderheiten

Anders als viele Spinnenarten baut die Listspinne kein Fangnetz, sondern jagt ihre Beute aktiv auf. Besonders bemerkenswert ist ihr Brutpflegeverhalten: Das Weibchen trägt seinen Eikokon aktiv mit den Cheliceren und bewacht ihn bis zum Schlupf der Jungtiere. Kurz vor dem Schlupf befestigt es den Kokon in einem schützenden Gespinstzelt in der Vegetation und bleibt dabei Wache. Dieses ausgeprägte Fürsorge-Verhalten ist für Spinnen ungewöhnlich und ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der Art. Verwechslungen sind möglich mit anderen Wolfsspinnen der Familie Lycosidae, die jedoch keinen Kokon tragen, sondern ihn am Hinterleib befestigen. Die Listspinne ist in Europa weit verbreitet und gilt als ungefährdet.