Sackspinnen (Clubiona)
Name
Sackspinnen (Clubiona)
Familie
Clubionidae (Sackspinnen)
Körpergröße
4–12 mm Körperlänge (je nach Art)
Merkmale
Die Arten der Gattung Clubiona sind einander sehr ähnlich und ohne Mikroskop oder Genitaluntersuchung kaum sicher zu unterscheiden. Der Körper ist schlank und überwiegend einfarbig hell- bis dunkelbraun oder gelblich-beige gefärbt, oft mit einem schwach abgesetzten Herzfleck auf dem Hinterleib. Der Carapax wirkt glänzend und ist meist heller als der Abdomen. Die acht Augen sind in zwei Reihen angeordnet. Die Beine sind kräftig und laufen auf zwei Krallen.
Lebensraum
Sackspinnen besiedeln ein breites Spektrum an Lebensräumen, bevorzugen aber die niedere Vegetation – Gräser, Kräuter, Gebüschsäume sowie Feuchtwiesen und Gewässerufer. Genau solch ein Habitat, eine Feuchtwiese am Mittellandkanal, lieferte den hier gezeigten Fund. Die Tiere sind ganzjährig anzutreffen, aktive Adulte findet man je nach Art überwiegend von Frühjahr bis Herbst, mit einem Schwerpunkt von Mai bis September.
Besonderheiten
Sackspinnen sind nachtaktive Jäger, die keine Fangnetze bauen, obwohl sie über Spinndrüsen verfügen. Tagsüber ziehen sie sich in charakteristische, seidig ausgekleidete Wohnsäcke zurück – daher der Name. Diese Röhren werden in gerollten Blättern, unter Rinde oder in Bodenstreu angelegt und dienen auch als Kokongespinst zum Schutz der Eier. Bei einer Bestimmung aus Fotos ist äußerste Vorsicht geboten, da sich die zahlreichen mitteleuropäischen Arten in Färbung und Habitus kaum unterscheiden. Eine sichere Artbestimmung erfordert in der Regel die mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen. Gegenüber Menschen sind Sackspinnen vollkommen harmlos. In Deutschland kommen rund 30 Clubiona-Arten vor, einige sind auf Feuchtbiotope spezialisiert und können als Indikatoren für intakte Feuchtwiesen gelten.