Säbeldornige Knotenameise (Myrmica cf. sabuleti)
Name
Säbeldornige Knotenameise (Myrmica sabuleti)
Familie
Formicidae (Ameisen)
Körpergröße
Arbeiterinnen und Männchen 4–5 mm, Königinnen 5–7 mm
Merkmale
Die Säbeldornige Knotenameise ist eine mittelgroße Ameisenart mit dem für Knotenameisen typischen zweiteiligen Stielchen zwischen Thorax und Hinterleib. Die Färbung ist rotbraun bis gelblichbraun, der Hinterleib oft etwas dunkler. Charakteristisch ist der namensgebende, säbelförmig gebogene Propodeumdorn am hinteren Thoraxabschnitt, der ein wichtiges Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Myrmica-Arten darstellt. Die Oberfläche des Körpers ist fein skulpturiert und zeigt eine deutliche Längsrunzelung auf dem Kopf und Thorax. Wie alle Myrmica-Arten besitzt sie einen funktionsfähigen Stachel.
Lebensraum
Die Säbeldornige Knotenameise besiedelt bevorzugt trockene, warme und vegetationsarme Lebensräume. Typische Biotope sind Heideflächen, Trocken- und Magerrasen, Steinbrüche sowie Siedlungsbereiche mit entsprechenden Mikrohabitaten. Nester werden meist unter Steinen oder flach in der Erde angelegt, wo das Substrat sich schnell erwärmt. Die Art ist wärmeliebend und meidet feuchte oder dicht bewachsene Flächen. Arbeiterinnen sind von Frühjahr bis Herbst aktiv, besonders zwischen April und Oktober. Das vorliegende Exemplar wurde im Juni 2019 am Gehrdener Berg bei Hannover beobachtet.
Besonderheiten
Die Säbeldornige Knotenameise ist eine der in geeigneten Lebensräumen regelmäßig vorkommenden Myrmica-Arten in Mitteleuropa, kann jedoch leicht mit verwandten Arten wie Myrmica scabrinodis oder Myrmica rubra verwechselt werden. Eine sichere Bestimmung erfordert häufig die mikroskopische Untersuchung verschiedener Körpermerkmale, insbesondere der Fühler, des Propodeums und der Behaarung. Ökologisch ist die Art bedeutsam als wichtige Wirtsameise des Ameisenbläulings Phengaris arion, dessen Raupen in den Nestern von Myrmica sabuleti aufgenommen werden und sich dort von der Ameisenbrut ernähren. Kolonien können mehrere hundert Arbeiterinnen umfassen und werden von einer oder mehreren Königinnen geleitet. Die Art steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste und ist insbesondere auf den Erhalt offener, warmer Lebensräume angewiesen.