Rotbärtige Sklavenameise (Formica cf. rufibarbis)
Name
Rotbärtige Sklavenameise (Formica rufibarbis)
Familie
Formicidae (Ameisen)
Körpergröße
Arbeiterinnen 4–7,5 mm, Männchen und Königinnen 9–11 mm
Merkmale
Die Rotbärtige Sklavenameise zeigt eine typische Formica-Gestalt mit schlankem, deutlich gegliedertem Körper. Der Kopf und der Hinterleib sind überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt, während Thorax und Beine rötlich bis gelblichrot erscheinen. Namensgebend ist die auffällig rötliche Behaarung im Kopfbereich, die sogenannte rote Bartbinde. Die Arbeiterinnen sind etwas kleiner und unscheinbarer als die deutlich größeren Königinnen. Der Körper ist fein behaart, die Fühler sind gekniet und bestehen aus zwölf Gliedern.
Lebensraum
Die Rotbärtige Sklavenameise besiedelt bevorzugt warme, trockene und sonnige Lebensräume wie Trockenrasen, Heiden, Sandmagerrasen, Wegränder, Bahndämme und Gärten mit sandigen Böden. Sie baut unterirdische Erdnester ohne Nesthügel, häufig an exponierten, gut besonnten Stellen. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet, jedoch durch den Verlust geeigneter Trocken- und Sandlebensräume vielerorts zurückgegangen. Aktive Arbeiterinnen sind von Frühjahr bis Herbst zu beobachten, die Hochzeitsflüge finden typischerweise im Sommer statt.
Besonderheiten
Die Rotbärtige Sklavenameise ernährt sich von Gliederfüßern, die sie aktiv erjagt, sowie von Honigtau, den sie von Blattläusen und anderen Sauginsekten einsammelt. Eine besondere biologische Rolle spielt die Art als Wirtsameise für die Blutrote Raubameise (Formica sanguinea): Diese überfällt Nester von Formica rufibarbis und raubt Puppen, aus denen später Arbeiterinnen schlüpfen, die im Staat der Raubameise Aufgaben übernehmen. Formica rufibarbis gilt in manchen Regionen Deutschlands als gefährdet und steht auf regionalen Roten Listen. Verwechslungen sind mit ähnlichen Formica-Arten wie Formica cunicularia möglich.