Große Wiesenameise (Formica pratensis)
Name
Große Wiesenameise (Formica pratensis)
Familie
Formicidae (Ameisen)
Körpergröße
Arbeiterin 4,5–9,5 mm
Merkmale
Die Große Wiesenameise ist im Vergleich zu anderen Waldameisen der Gattung Formica insgesamt deutlich dunkler gefärbt – Kopf, Thorax und Hinterleib weisen ausgedehnte schwarzbraune bis schwarze Bereiche auf. Charakteristisch ist die feine Behaarung des gesamten Körpers, die der Art ein mattes, wenig glänzendes Erscheinungsbild verleiht. Dieses Merkmal hilft bei der Unterscheidung von ähnlichen Arten wie der Roten Waldameise (Formica rufa), die kontrastreicher gefärbt und stärker glänzend wirkt. Die Königinnen sind deutlich größer als die Arbeiterinnen und können bis zu 12 mm erreichen.
Lebensraum
Die Große Wiesenameise besiedelt bevorzugt gut besonnte, halboffene Lebensräume: Waldränder, Trockenrasen, Wegränder und sonnige Wiesen zählen zu ihren typischen Biotopen. Sie meidet dichte, schattige Wälder und ist häufig in strukturreichen Übergangsbereichen zwischen Offenland und Gehölzen zu finden. Ihre Nester legt sie flach im Boden an und überdacht sie mit einem Hügel aus Pflanzenmaterial, kleinen Ästen und Grashalmen. Aktive Kolonien sind von April bis Oktober zu beobachten, mit dem Höhepunkt der Aktivität in den Sommermonaten.
Besonderheiten
Wie andere Waldameisen pflegt Formica pratensis intensive Beziehungen zu Blattläusen, von denen sie Honigtau als wichtige Zuckerquelle melkt. Daneben erbeutet sie kleine Insekten und andere Wirbellose als Proteinquelle. Die Art lebt in polygynen oder monogynen Kolonien, die mehrere Tausend bis über hunderttausend Individuen umfassen können. In Deutschland gilt die Große Wiesenameise als gefährdet und steht auf der Roten Liste, da intensive Landwirtschaft, Nutzungsänderungen von Magerrasen und der Rückgang extensiv bewirtschafteter Wiesen ihre Lebensräume zunehmend vernichten. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der Roten Waldameise (Formica rufa) sowie der Kahlrückigen Waldameise (Formica polyctena).