Gelbe Wiesenameise (Lasius cf. flavus)
Name
Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus)
Familie
Formicidae (Ameisen)
Körpergröße
Arbeiterinnen und Männchen 2–4,5 mm, Königinnen 7–9 mm
Merkmale
Die Gelbe Wiesenameise ist eine vergleichsweise kleine Ameisenart mit charakteristischer hellgelber bis gelbbrauner Körperfärbung, die ihr den deutschen Namen eingebracht hat. Der Körper ist gleichmäßig gefärbt, ohne auffällige Zeichnungsmuster. Die Augen sind im Vergleich zu anderen Lasius-Arten deutlich reduziert, was auf ihre unterirdische Lebensweise hindeutet. Königinnen unterscheiden sich durch ihre erheblich größere Körperlänge klar von Arbeiterinnen und Männchen.
Lebensraum
Die Gelbe Wiesenameise besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Gärten, Waldränder, Wiesen und Steinbrüche zählen ebenso dazu wie Parkflächen und Böschungen. Die Nester werden bevorzugt unter Steinen oder als verdeckte Erdnester angelegt, die oft vollständig von Vegetation überwuchert sind und daher leicht übersehen werden. Typische Hügelnester auf offenen Wiesen sind ebenfalls bekannt. Die Koloniegründung durch Königinnen findet in Mitteleuropa meist zwischen Juli und August statt, wenn die geflügelten Geschlechtstiere ihren Hochzeitsflug unternehmen.
Besonderheiten
Eine besondere Eigenheit von Lasius flavus ist ihre ausgeprägte Lebensweise unterhalb der Erdoberfläche – Arbeiterinnen sind oberirdisch kaum zu beobachten. Die Art hält Wurzelläuse regelrecht als Nutztiere, schützt sie vor Fressfeinden und melkt ihren Honigtau als Hauptnahrungsquelle. Dieses Verhalten ist mit Viehhaltung vergleichbar und gilt als bemerkenswertes Beispiel für Symbiose im Tierreich. Kolonien können mehrere Jahre bestehen und teils Tausende von Individuen umfassen. Eine Verwechslung ist vor allem mit anderen gelben Lasius-Arten wie Lasius umbratus möglich, weshalb zur genauen Bestimmung oft mikroskopische Untersuchungen notwendig sind.