Bohrfliege Tephritis hyoscyami
Name
Tephritis hyoscyami
Familie
Bohrfliegen (Tephritidae)
Körpergröße
Körperlänge 4–5 mm
Merkmale
Tephritis hyoscyami ist eine kleine, unscheinbar wirkende Fliege mit einem markanten Erkennungsmerkmal: der charakteristischen Flügelzeichnung. Die Flügel zeigen ein auffälliges Muster aus dunklen Binden und Flecken auf hellem Grund, das arttypisch ist und eine sichere Bestimmung im Feld ermöglicht. Der Körper ist bräunlich gefärbt, der Kopf vergleichsweise groß mit gut entwickelten Facettenaugen. Wie bei vielen Tephritidae besitzen die Weibchen einen kräftigen, sklerotisierten Legebohrer, mit dem sie Eier gezielt in Pflanzengewebe einstechen können.
Lebensraum
Die Art besiedelt halboffene bis offene Lebensräume wie Waldränder, Lichtungen und Wiesen-Biotope, überall dort, wo ihre Wirtspflanzen vorkommen. Als Wirtspflanzen dienen verschiedene Distelarten der Gattungen Carduus (Distel) und Cirsium (Kratzdistel), in deren Blütenköpfen sich die Larven entwickeln. Die Flugzeit erstreckt sich von Mai bis Juli, in dieser Periode sind die Imagines auf Disteln und Doldenblütlern anzutreffen.
Besonderheiten
Tephritis hyoscyami ist ein typischer Blütenköpfchenbohrer: Die Weibchen stechen ihre Eier direkt in die sich entwickelnden Blütenköpfe von Distelarten, wo die Larven im Inneren heranwachsen und sich von Pflanzenmaterial ernähren. Dieses Verhalten macht die Art zu einem spezialisierten Phytophagen mit enger Bindung an ihre Wirtspflanzen. In der Gattung Tephritis gibt es zahlreiche ähnliche Arten, die sich ebenfalls auf Korbblütler spezialisiert haben und nur durch genaue Betrachtung der Flügelzeichnung sicher unterschieden werden können. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet, ist aber aufgrund ihrer geringen Größe im Gelände leicht zu übersehen. Gefährdungen bestehen indirekt durch den Rückgang geeigneter Distel-Lebensräume infolge intensiver Landnutzung.