Sicheleule (Laspeyria flexula)
Name
Sicheleule (Laspeyria flexula)
Familie
Erebidae
Körpergröße
Flügelspannweite 26–36 mm
Merkmale
Die Sicheleule ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 26 bis 36 mm. Die Vorderflügel sind charakteristisch geformt: Der Außenrand ist deutlich geschwungen und sichelartig eingezogen, was der Art ihren deutschen Namen verleiht. Die Grundfärbung der Flügel ist graubraun bis bräunlich-violett, durchzogen von feinen, welligen Querlinien und dunkleren Zeichnungselementen. Ein markanter dunkler Mittelpunkt sowie helle und dunkle Querbinden gliedern die Flügeloberfläche. Die Hinterflügel sind etwas heller und weniger gemustert. Die Raupen sind schlank und grünlich-grau gefärbt, gut getarnt auf ihrer Nahrungsgrundlage.
Lebensraum
Die Sicheleule besiedelt bevorzugt Laub- und Nadelwälder sowie Parkanlagen, überall dort, wo ausreichend Flechten als Nahrungsgrundlage für die Raupen vorhanden sind. Besonders häufig ist sie in lichten, älteren Waldbeständen anzutreffen, da dort Flechten auf Baumrinde gedeihen können. Die Imagines fliegen von Juni bis Oktober und sind nachtaktiv, weshalb sie vor allem an Lichtquellen oder beim Leuchten beobachtet werden. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Mitteleuropa bis in den Norden und Osten des Kontinents.
Besonderheiten
Die Raupen der Sicheleule sind auf Flechten spezialisiert und fressen bevorzugt die Gelbfrüchtige Schwefelflechte (Xanthoria parietina) sowie weitere Baumflechten – eine vergleichsweise seltene Ernährungsstrategie unter europäischen Schmetterlingsraupen. Die Art ist auch unter den Bezeichnungen Graue Flechten-Spannereule und Nadelwald-Flechteneule bekannt, was auf ihre enge Bindung an flechtenreiche Lebensräume hinweist. Trotz ihrer Spezialisierung gilt die Sicheleule derzeit nicht als gefährdet, kann jedoch durch den Rückgang flechtenreicher Altholzbestände und Luftverschmutzung – die Flechten als Bioindikatoren stark beeinträchtigt – indirekt unter Druck geraten.