Großer Rindenspanner (Hypomecis roboraria)

Große Rindenspanner Hypomecis roboraria

Name

Großer Rindenspanner (Hypomecis roboraria)

Familie

Spanner (Geometridae)

Körpergröße

Spannweite 40–57 mm

Merkmale

Der Große Rindenspanner gehört zu den größeren heimischen Spannerarten. Die Flügel zeigen eine typische rindenartige Zeichnung in Braun- und Grautönen mit feinen Querbändern und dunklen Punktreihen, die eine hervorragende Tarnung auf Baumrinden ermöglichen. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die kontrastreiche Unterseite der Vorderflügel, durch die sich die Art deutlich vom ähnlichen Aschgrauen Rindenspanner (Hypomecis punctinalis) unterscheidet. Männchen und Weibchen ähneln sich im Aussehen, wobei die Männchen durch gekämmte Fühler auffallen.

Lebensraum

Der Große Rindenspanner besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder, insbesondere eichenreiche Bestände, da die Raupen vorwiegend an Eiche fressen, aber auch andere Laubbäume wie Buche, Birke und Hasel als Nahrungspflanzen akzeptieren. Die Art ist in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet. Die Imagines fliegen von Mai bis August, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli. Tagsüber sitzen die Falter gut getarnt flach an Baumrinden und sind kaum zu entdecken. Nachtaktiv kommen sie regelmäßig ans Licht.

Besonderheiten

Die Raupen des Großen Rindenspanners sind als sogenannte Stangen- oder Astimitatoren bekannt: Sie tarnen sich durch ihre gestreckte Haltung und ihre rindenartige Färbung hervorragend als Zweige. Die Überwinterung erfolgt im Gegensatz zu verwandten Arten als Jungraupe direkt an den Ästen der Futterbäume, wo sie bis zum Frühjahr verbleibt und sich erst kurz vor der Flugzeit im Boden verpuppt. Die Art gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, ist jedoch auf strukturreiche Wälder mit altem Laubbaumbestand angewiesen.