Hobelspanner (Plagodis dolabraria)
Name
Hobelspanner (Plagodis dolabraria)
Familie
Geometridae (Spanner)
Körpergröße
Flügelspannweite 28–33 mm
Merkmale
Der Hobelspanner ist ein mittelgroßer Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 28 bis 33 mm. Die Flügel sind ockergelb bis hellbraun gefärbt und zeigen ein charakteristisches Muster aus welligen Querlinien und einem auffälligen, dunkel abgesetzten Mittelfeld. Besonders markant ist die eigentümliche Flügelform: Die Vorderflügel wirken an der Spitze leicht ausgezogen und gebogen, was zusammen mit der Zeichnung an einen Hobelspan erinnert – daher der treffende deutsche Name. In Ruhestellung liegen alle vier Flügel flach ausgebreitet, wobei Vorder- und Hinterflügelzeichnung nahtlos ineinandergreifen. Die Art gilt als charakteristisch gezeichnet und ist unter den heimischen Spannerfaltern kaum zu verwechseln.
Lebensraum
Der Hobelspanner besiedelt Laubmischwälder, Waldränder und strukturreiche Hecken-Biotope, bevorzugt in wärmebegünstigten Lagen. Er ist in weiten Teilen Europas sowie im gemäßigten Asien verbreitet. Die Raupen leben an diversen Laubbäumen, besonders häufig an Eiche, aber auch an Buche, Birke und weiteren Gehölzen. Pro Jahr werden zwei Generationen ausgebildet, die Imagines fliegen von April bis August. Die erste Generation ist meist von April bis Juni aktiv, die zweite folgt im Juli und August. Dämmerungs- und nachtaktiv, wird der Falter regelmäßig an Lichtquellen beobachtet.
Besonderheiten
Die Raupen des Hobelspanners sind Meister der Tarnung: Sie imitieren mit ihrer Körperhaltung und Färbung täuschend echt kleine Zweige oder Blattstiele und sind deshalb am Futterbaum kaum zu entdecken. Wie alle Spanner bewegen sich die Raupen in der typischen schleifenden Spannermanier fort, indem sie den Körper bogenförmig aufwölben. Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden. Plagodis dolabraria ist in Deutschland weit verbreitet und derzeit nicht als gefährdet eingestuft, profitiert aber von strukturreichen, lichten Laubwäldern und naturnahen Heckenlandschaften. Ein Rückgang ist dort zu beobachten, wo solche Biotope durch intensive Forstwirtschaft oder Landnutzungsänderungen verloren gehen.