Birkenspanner (Biston betularia)

Birkenspanner Biston betularia

Name

Birkenspanner (Biston betularia)

Familie

Spanner (Geometridae)

Körpergröße

Flügelspannweite 35–56 mm

Merkmale

Der Birkenspanner ist ein mittelgroßer Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von 35 bis 56 mm. In seiner ursprünglichen Erscheinungsform zeigt er eine weißliche Grundfärbung mit feiner schwarzer Marmorierung, die ihm auf heller Baumrinde eine hervorragende Tarnung verleiht. Seit dem späten 19. Jahrhundert tritt zusätzlich die melanistische Form carbonaria auf, die nahezu vollständig schwarz gefärbt ist. Beide Formen kommen in vielen Regionen Europas nebeneinander vor. Die Raupen sind stabförmig und ahmen Äste nach – ein klassisches Beispiel für Tarnung im Tierreich.

Lebensraum

Der Birkenspanner bewohnt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Laubwälder, Mischwälder, Heckenbiotope sowie Siedlungsbereiche mit ausreichend Gehölzen zählen zu seinen bevorzugten Aufenthaltsorten. Die nachtaktiven Falter fliegen von Mai bis August und werden häufig durch Lichtquellen angelockt. Die Raupen ernähren sich polyphag von zahlreichen Laubhölzern wie Birke, Erle und Eiche, aber auch von Rosengewächsen und verschiedenen krautigen Pflanzen.

Besonderheiten

Der Birkenspanner gilt als eines der bekanntesten Lehrbuchbeispiele für natürliche Selektion: Mit der industriellen Rußverschmutzung im 19. Jahrhundert wurden helle Baumstämme dunkel, wodurch die schwarze Form carbonaria einen Tarnungsvorteil gegenüber Vögeln als Fressfeinden gewann und sich rasch verbreitete. Nach dem Rückgang der Luftverschmutzung durch Umweltschutzmaßnahmen nahm der Anteil der hellen Nominatform wieder zu. Dieses Phänomen wird als Industriemelanismus bezeichnet und ist in der Evolutionsbiologie von großer Bedeutung. Die Art überwintert im Puppenstadium im Boden.