Rotflügeliger Hakenhals-Schnellkäfer (Denticollis rubens)

Rotflügeliger Hakenhals-Schnellkäfer (Denticollis rubens)

Name

Rotflügeliger Hakenhals-Schnellkäfer (Denticollis rubens)

Familie

Schnellkäfer (Elateridae)

Körpergröße

Körperlänge 13–14 mm

Merkmale

Der Rotflügelige Hakenhals-Schnellkäfer ist ein mittelgroßer Schnellkäfer mit einer Körperlänge von 13 bis 14 mm. Namensgebend sind die auffällig rot bis rotbraun gefärbten Deckflügel (Elytren), die einen markanten Kontrast zum dunkleren Halsschild bilden. Wie alle Schnellkäfer besitzt die Art den typischen Klickmechanismus zwischen Pro- und Mesothorax, der es dem Käfer erlaubt, sich bei Bedrohung aus der Rückenlage schnellend aufzurichten. Besonders auffällig sind die gekämmten (pektinaten) Fühler der Männchen, die eine sichere Geschlechtsbestimmung im Feld ermöglichen.

Lebensraum

Denticollis rubens besiedelt schattige, strukturreiche Laubwälder, vor allem in höheren Lagen der Mittelgebirge. In Niedersachsen liegt der Verbreitungsschwerpunkt klar in den Berglandschaften, Vorkommen im Tiefland sind selten. Wesentliche Habitatvoraussetzung ist ein gutes Angebot an stehendem und liegendem Totholz, da die Larven räuberisch unter der Rinde abgestorbener Bäume leben und dort andere Wirbellose erbeuten. Die Imagines sind von Mai bis Juni aktiv und ernähren sich von Blütenpollen sowie Blattgewebe.

Besonderheiten

Die räuberische Lebensweise der Larven unter Totholzrinde ist innerhalb der Schnellkäfer keine Seltenheit, macht Denticollis rubens aber zu einem nützlichen Regulierer von Holzkäferpopulationen. Die Art gilt als Zeiger für naturnahe Wälder mit hohem Totholzanteil. In der Roten Liste wird Denticollis rubens mit RL 2 (stark gefährdet) eingestuft, was vor allem auf den anhaltenden Rückgang altholz- und totholzreicher Wälder zurückzuführen ist. Forstwirtschaftliche Aufräumarbeiten und die Entnahme von Totholz zählen zu den Hauptgefährdungsursachen. Verwechslungen sind mit anderen rotgefärbten Denticollis-Arten möglich, etwa Denticollis linearis, der jedoch eine andere Fühlermorphologie aufweist.