Herzschnellkäfer (Cardiophorus)

Schnellkäfer Gattung Cardiophorus

Name

Herzschnellkäfer (Cardiophorus)

Familie

Schnellkäfer (Elateridae)

Körpergröße

5–12 mm Körperlänge (je nach Art)

Merkmale

Die Arten der Gattung Cardiophorus sind einander sehr ähnlich, besonders vollständig schwarze Exemplare lassen sich kaum voneinander unterscheiden. Das auffälligste gemeinsame Merkmal ist das herzförmige Schildchen (Scutellum), das der Gattung ihren Namen gegeben hat. Die Klauen der erwachsenen Käfer (Imagines) sind ungezähnt – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der nah verwandten Gattung Dicronychus, deren Klauen gezähnt sind. Viele Arten zeigen eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung, manche tragen rötliche oder gelbliche Zeichnungselemente. Wie alle Schnellkäfer besitzen sie den typischen Klickmechanismus zwischen Pro- und Mesothorax, mit dem sie sich aus der Rückenlage blitzschnell aufschnellen können.

Lebensraum

Die Larven von Cardiophorus leben im Boden oder in morschem Totholz, wo sie als räuberische Jäger andere Wirbellose erbeuten. Bevorzugte Lebensräume der Imagines sind Wälder, Waldränder, Totholzreiche Strukturen sowie trockene, besonnte Offenlandbereiche. Erwachsene Käfer sind häufig auf Blüten oder an Pflanzen zu beobachten. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Art und Region in Mitteleuropa in der Regel von April bis Juli.

Besonderheiten

Cardiophorus gehört zu den artenreichen Schnellkäfergattungen Europas. Die räuberische Lebensweise der Larven ist innerhalb der Schnellkäfer bemerkenswert, da viele verwandte Arten als Drahtwürmer pflanzliche Kost bevorzugen oder zumindest omnivor leben. Die Gattungsbestimmung ist oft nur durch mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen zuverlässig möglich. Einige Arten sind an spezifische Lebensräume wie alte Laubwälder mit Totholzreichtum gebunden und gelten daher als Zeigertiere für naturnahe Waldstrukturen. In Deutschland sind einzelne Vertreter der Gattung auf der Vorwarnliste oder werden als gefährdet eingestuft, da strukturreiche Wälder und extensiv genutzte Offenlandbiotope zunehmend seltener werden.