Blutroter Schnellkäfer (Ampedus sanguineus)
Name
Blutroter Schnellkäfer (Ampedus sanguineus)
Familie
Schnellkäfer (Elateridae)
Körpergröße
Körperlänge 12–17 mm
Merkmale
Der Blutrote Schnellkäfer ist durch seine leuchtend blutrote bis scharlachrote Färbung der Flügeldecken auffällig und unverwechselbar. Der Halsschild ist schwarz, ebenso Kopf, Fühler und Beine. Mit 12 bis 17 mm Körperlänge zählt Ampedus sanguineus zu den größten Vertretern seiner Gattung und übertrifft verwandte Arten damit deutlich. Ein weiteres wichtiges Bestimmungsmerkmal ist eine ausgeprägte Mittelfurche in der unteren Halsschildhälfte. Wie alle Schnellkäfer besitzt die Art den charakteristischen Schnellmechanismus: Ein Fortsatz am Vorderbrust-Segment schnappt in eine Grube der Mittelbrust ein und katapultiert den auf dem Rücken liegenden Käfer mit einem hörbaren Klicklaut in die Luft.
Lebensraum
Der Blutrote Schnellkäfer bewohnt lichte Laub- und Mischwälder, Waldränder, Lichtungen sowie Hecken-Biotope. Entscheidend ist das Vorhandensein von altem, absterbendem oder bereits totem Laubholz, da die Larven auf Mulm in morschen Baumstämmen und starkem Totholz angewiesen sind. Besonders häufig werden die Imagines im Frühjahr unter loser Baumrinde gefunden. Die Erscheinungszeit der erwachsenen Tiere erstreckt sich von März bis Juni.
Besonderheiten
Die Larven des Blutroter Schnellkäfers werden als Drahtwürmer bezeichnet und leben räuberisch im Mulm abgestorbener Bäume, wo sie andere Insekten und deren Larven erbeuten. Die erwachsenen Käfer ernähren sich hingegen vegetarisch von Pollen und Nektar. Die Art ist damit ein wichtiger Bewohner von Totholzlebensräumen und gilt als Indikator für naturnahe, strukturreiche Wälder mit ausreichend Altholz. Da solche Lebensräume durch forstwirtschaftliche Nutzung zunehmend selten werden, ist Ampedus sanguineus in manchen Regionen Deutschlands gefährdet und wird auf Roten Listen geführt. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen rotflügeligen Ampedus-Arten wie Ampedus pomorum oder Ampedus cinnabarinus möglich, von denen sich die Art jedoch durch ihre Größe und die Halsschildfurche gut abgrenzen lässt.