Gelbbinden-Schnellschwimmer (Agabus undulatus)
Name
Gelbbinden-Schnellschwimmer (Agabus undulatus)
Familie
Dytiscidae (Schwimmkäfer)
Körpergröße
Körperlänge ca. 8 mm
Merkmale
Der Gelbbinden-Schnellschwimmer ist ein mittelgroßer Schwimmkäfer von etwa 8 mm Körperlänge. Sein auffälligstes Merkmal ist eine helle, zackig gewellte Querbinde im vorderen Bereich der Flügeldecken, die der Art ihren deutschen Namen gibt. Der Körper ist wie bei den meisten Dytisciden oval und stromlinienförmig geformt, was dem Tier effizientes Schwimmen ermöglicht. Die Grundfärbung der Flügeldecken ist dunkelbraun bis schwärzlich, die helle Querbinde hebt sich davon deutlich kontrastreich ab. Die Hinterbeine sind als kräftige Ruderbeine ausgebildet und mit langen Schwimmhaaren besetzt.
Lebensraum
Agabus undulatus besiedelt bevorzugt vegetationsreiche Stillgewässer wie Teiche, Weiher und flache Seen sowie Moor-Biotope. Die Art ist auf saubere, strukturreiche Gewässer mit ausgeprägter Unterwasservegetation angewiesen, die sowohl Jagdrevier als auch Deckung bietet. Moortümpel mit humosem, saurem Wasser werden ebenfalls regelmäßig besiedelt. Wie viele Schwimmkäfer ist Agabus undulatus flugfähig und kann neue Gewässer aktiv aufsuchen. Flugaktivitäten finden vorwiegend in der Dämmerung statt, hauptsächlich im Frühjahr und Herbst. Die Imagines sind ganzjährig nachweisbar.
Besonderheiten
Besonders interessant ist die unterschiedliche Ernährungsweise von Larve und Imago: Während die erwachsenen Käfer ausschließlich räuberisch leben und aktiv Beutetiere wie Kleinkrebse, Insektenlarven und andere Wirbellose jagen, ernähren sich die Larven von kleinen Plankton-Organismen wie Wasserflöhen. Die Imagines atmen, indem sie unter ihren Flügeldecken eine Luftblase als Atemreservoir mit an die Oberfläche bringen. Als Bewohner von Mooren und nährstoffarmen Gewässern gilt die Art als Indikator für naturnahe Biotope. Verwechslungen sind mit anderen Agabus-Arten möglich, die jedoch zumeist keine so auffällige Querbinde aufweisen. Über die genaue Gefährdungssituation in Deutschland liegen regional unterschiedliche Einschätzungen vor, da Moorlebensräume vielerorts stark zurückgegangen sind.