Sechsfleckiger Zwergschwimmer (Hydroporus palustris)
Name
Sechsfleckiger Zwergschwimmer (Hydroporus palustris)
Familie
Dytiscidae (Schwimmkäfer)
Körpergröße
Körperlänge ca. 3 mm
Merkmale
Der Sechsfleckige Zwergschwimmer ist ein sehr kleiner Schwimmkäfer mit einer Körperlänge von etwa 3 mm. Die Körperform ist oval und stromlinienförmig, wie für Schwimmkäfer typisch. Die Grundfärbung der Flügeldecken ist gelbbraun bis rötlichbraun, mit einer dunklen, meist schwärzlichen Zeichnung, die aus mehreren deutlich erkennbaren hellen Flecken besteht – daher der prägende deutsche Name. Die Beine sind als effektive Ruderorgane ausgebildet, die Hinterbeine flach und mit Schwimmhaaren besetzt. Männchen und Weibchen lassen sich durch die Oberflächenstruktur der Flügeldecken unterscheiden: Bei Weibchen sind diese häufig feiner skulpturiert.
Lebensraum
Hydroporus palustris besiedelt bevorzugt kleine, stehende oder sehr schwach fließende Gewässer mit reicher Unterwasservegetation – darunter Weiher, Tümpel, Moorgewässer, Gräben und Altwässer. Die Art gilt als eurytop und ist damit relativ anpassungsfähig gegenüber unterschiedlichen Wasserqualitäten, kommt aber besonders häufig in nährstoffreichen, pflanzenreichen Stillgewässern vor. Imagines sind ganzjährig anzutreffen, da die Art auch im Winter aktiv sein kann. Gelegentlich verlassen Tiere das Wasser und fliegen neue Gewässer an, bevorzugt in der Dämmerung.
Besonderheiten
Der Sechsfleckige Zwergschwimmer ernährt sich räuberisch und erbeutet Insektenlarven, Kleinkrebse sowie verschiedene Planktonorganismen. Die Larven lauern am Gewässergrund oder an Wasserpflanzen auf Beute und sind ebenfalls räuberisch. Zur Atmung unter Wasser nutzen die Imagines eine Luftblase unter den Flügeldecken. Die Art kann leicht mit dem nah verwandten Hydroporus incognitus verwechselt werden, der ihr in Färbung und Größe sehr ähnelt – eine sichere Bestimmung erfordert oft die mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen. Hydroporus palustris zählt zu den häufigeren heimischen Zwergschwimmern und gilt derzeit nicht als gefährdet, profitiert jedoch von der Erhaltung naturnaher Kleingewässer.