Großer Uferfeuchtkäfer (Noterus clavicornis)
Name
Großer Uferfeuchtkäfer (Noterus clavicornis)
Familie
Noteridae (Uferfeuchtkäfer)
Körpergröße
Imago ca. 4,5 mm, Larve ca. 8 mm
Merkmale
Der Große Uferfeuchtkäfer ist ein kleiner, gedrungen gebauter Wasserkäfer von etwa 4,5 mm Länge. Die Oberseite ist rotbraun bis gelbbraun gefärbt, der Körper wirkt oval und gewölbt. Besonders auffällig ist die unregelmäßige Punktierung der Flügeldecken, die zur Bestimmung herangezogen werden kann. Die Fühler sind gegen die Spitze hin gekeult, worauf der Artname clavicornis (lateinisch: keulenförmige Fühler) hinweist. Die Beine sind zum Schwimmen geeignet, die Hinterbeine abgeflacht und mit Schwimmhaaren besetzt. Im Vergleich zur verwandten Art Noterus capricornis ist N. clavicornis etwas größer und durch die Fühlerform sowie die Punktstruktur der Flügeldecken unterscheidbar.
Lebensraum
Der Große Uferfeuchtkäfer besiedelt stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Vegetation, etwa Weiher, Altwässer, Gräben und sumpfige Teiche. Eine reiche Unterwasser- und Ufervegetation ist dabei entscheidend, da sich die Tiere zwischen Wasserpflanzen aufhalten und dort auch Deckung suchen. Die Larven leben im schlammigen Uferbereich und sind ebenfalls ans Wasser gebunden. Adulte Tiere sind in Deutschland vorwiegend von April bis Oktober aktiv und können bei Ausbreitungsflügen auch neue Gewässer besiedeln. Die Überwinterung erfolgt als Jungkäfer im feuchten Uferbereich außerhalb des Wassers.
Besonderheiten
Sowohl Imagines als auch Larven ernähren sich räuberisch, wobei die Larven im Uferschlamm aktiv nach kleinen Wirbellosen jagen. Adulte Käfer können fliegende Gewässer aufsuchen und sind damit gute Kolonisatoren neu entstandener Wasserflächen. Die Familie Noteridae ist in Mitteleuropa artenarm; in Deutschland sind lediglich zwei Arten der Gattung Noterus nachgewiesen, nämlich N. clavicornis und N. capricornis. Beide Arten können am selben Gewässer vorkommen und sind nur durch genaue Untersuchung zu unterscheiden. Die Art gilt in weiten Teilen Deutschlands als mäßig häufig, ist jedoch wie viele Wasserkäfer auf strukturreiche, naturnahe Gewässer angewiesen und leidet unter Lebensraumverlust durch Gewässerausbau und Entwässerung.