Braunfüßiger Wasserkäfer (Hydrobius fuscipes)
Name
Braunfüßiger Wasserkäfer (Hydrobius fuscipes)
Familie
Hydrophilidae (Wasserkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 6–9 mm
Merkmale
Der Braunfüßige Wasserkäfer ist ein mittelgroßer, gedrungen gebauter Käfer mit oval-gewölbtem Körper. Die Oberseite ist schwarz bis schwarzbraun gefärbt und zeigt einen schwachen Glanz. Namensgebend sind die hell- bis rotbraunen Beine, die ihn von ähnlichen Wasserkäferarten unterscheiden. Die Flügeldecken weisen feine Punktreihen auf. Bauch und Unterseite sind ebenfalls dunkel gefärbt, oft mit einem leichten metallischen Schimmer. Da hinter dem Namen Hydrobius fuscipes ein Artenkomplex aus mindestens drei Arten steckt, können die äußerlichen Merkmale je nach Individuum leicht variieren und eine sichere Artbestimmung allein anhand äußerer Merkmale ist schwierig.
Lebensraum
Der Braunfüßige Wasserkäfer besiedelt bevorzugt stehende und langsam fließende Gewässer, darunter Teiche, Tümpel, Gräben, Sümpfe und flache Uferzone von Seen mit reicher Vegetation. Er kommt häufig zwischen Wasserpflanzen und im Pflanzenschlamm vor, wo er gute Deckung und Nahrung findet. Die Art ist in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet. Adulte Tiere sind das ganze Jahr über anzutreffen, besonders aktiv jedoch von März bis Oktober. In wärmeren Monaten zeigen die Käfer auch nächtliche Flugaktivität und können dabei Lichtquellen anfliegen.
Besonderheiten
Ein bemerkenswertes Fortpflanzungsverhalten zeigen die Weibchen: Sie spinnen einen Eikokon, der nahe der Wasseroberfläche an Pflanzenteilen befestigt wird und die Eier vor Fressfeinden und Austrocknung schützt. Die geschlüpften Larven sind räuberisch und ernähren sich bevorzugt von Kleinkrebsen, während die adulten Käfer überwiegend pflanzliches Material und organischen Detritus fressen. Besonders wissenschaftlich bedeutsam ist die Entdeckung durch genetische Untersuchungen, dass Hydrobius fuscipes kein einheitliches Taxon darstellt, sondern ein Komplex aus mindestens drei eigenständigen Arten ist, die morphologisch kaum zu trennen sind. Dies macht Hydrobius fuscipes zu einem klassischen Beispiel für eine sogenannte Kryptische Art. Eine sichere Bestimmung der einzelnen Arten innerhalb des Komplexes ist derzeit nur mittels molekulargenetischer Methoden möglich.