Vierreihen-Saftkugler (Glomeris tetrasticha)

Glomeris tetrasticha Merkmale

Name

Vierreihen-Saftkugler (Glomeris tetrasticha)

Familie

Glomeridae

Körpergröße

Körperlänge 5–17 mm

Merkmale

Der Vierreihen-Saftkugler ist ein gedrungen gebauter Tausendfüßer aus der Ordnung der Saftkugler (Glomerida), der sich bei Gefahr vollständig zu einer Kugel zusammenrollen kann – ähnlich wie eine Rollasseln, mit der er leicht verwechselt wird. Sein Rücken ist charakteristisch gezeichnet, typischerweise mit hellen, gelblichen oder orangefarbenen Flecken auf dunklem Untergrund, die in vier auffälligen Längsreihen angeordnet sind und der Art ihren deutschen Namen geben. Der Körper besteht aus mehreren gewölbten Rückenschilden (Tergiten), von denen das letzte – das sogenannte Pygidium – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal darstellt.

Lebensraum

Der Vierreihen-Saftkugler bewohnt feuchte Laubwälder, Moorgebiete, Bruchwälder und Sumpfbiotope. Die Art zeigt eine deutliche Präferenz für die höheren Lagen der Mittelgebirge und meidet trockenere Tieflandsstandorte weitgehend. Sie lebt bodennah in der Laubstreu, unter morschem Holz und in feuchtem Moos, wo sie sich von verrottendem pflanzlichem Material ernährt. Die Erscheinungszeit erstreckt sich von März bis Oktober.

Besonderheiten

Als Verwechslungsarten gelten Glomeris connexa, die eher in Süddeutschland verbreitet ist, sowie Glomeris helvetica, die sich durch ein unterschiedlich geformtes letztes Rückenschild unterscheidet. Zur sicheren Bestimmung ist daher eine genaue Betrachtung des Pygidiums notwendig. Typischerweise verteidigt sich der Vierreihen-Saftkugler zuerst mechanisch, indem er sich zu einer festen Kugel einrollt. Bei stärkerer Bedrängung wird zudem ein Wehrsekret freigesetzt. Die Art gilt in Deutschland als selten und ist an spezifische Feuchtbiotope gebunden, weshalb Lebensraumverlust durch Entwässerung eine potenzielle Gefährdungsursache darstellt.