Schuppenschwanz (Lepidurus apus)
Name
Schuppenschwanz, Kleiner Schildkrebs (Lepidurus apus)
Familie
Triopsidae
Körpergröße
bis ca. 25 mm
Merkmale
Der Schuppenschwanz besitzt einen breiten, schildförmigen Rückenpanzer (Carapax), der den Vorderkörper schützend bedeckt und der Art ihren volkstümlichen Beinamen Kleiner Rückenschaler eingebracht hat. Am Hinterende trägt das Tier zwei lange, fadenförmige Schwanzanhänge (Furkaläste) sowie eine charakteristische schuppenartige Platte zwischen ihnen, die sogenannte Supraanal-Platte, die das entscheidende Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem verwandten Triops ist. Die Körperfärbung variiert von gelblich-braun bis graugrün, oft leicht durchscheinend. Die zahlreichen Beinpaare dienen gleichzeitig der Fortbewegung, der Nahrungsaufnahme und der Atmung.
Lebensraum
Lepidurus apus besiedelt temporäre Überschwemmungsgewässer, vor allem in Flussauen und offenen Niederungslandschaften. Im Gegensatz zum Eubranchipus grubii bevorzugt der Schuppenschwanz offene, unbeschattete Wasserflächen ohne dichten Pflanzenbewuchs. Die Erscheinungszeit beginnt bereits Ende Februar, sobald geeignete Überschwemmungsflächen entstehen, und reicht je nach Wasserverfügbarkeit bis in den Frühsommer.
Besonderheiten
Eine bemerkenswerte Überlebensstrategie der Art liegt in ihren Dauereiern: Diese können viele Jahre, mitunter Jahrzehnte, trocken im Boden überdauern und keimen erst aus, wenn das Gelände erneut überflutet wird. Das Wachstum verläuft extrem schnell, bereits nach etwa zwei Wochen ist Lepidurus apus geschlechtsreif. Zur Fortpflanzung ist die Art zur Parthenogenese fähig, also zur Jungfernzeugung, bei der Nachkommen aus unbefruchteten Eizellen hervorgehen. Männchen sind daher selten und in manchen Populationen kaum nachweisbar. Aufgrund seiner Abhängigkeit von naturnahen Überflutungsflächen gilt der Schuppenschwanz in weiten Teilen Mitteleuropas als gefährdet, da die Regulierung von Flüssen und die Entwässerung von Auen seinen Lebensraum stark verkleinert haben.