Großer Gelbbrauner Schnurfüßer (Megaphyllum projectum)

Großer Gelbbrauner Schnurfüßer: Merkmale Weibchen

Name

Großer Gelbbrauner Schnurfüßer (Megaphyllum projectum)

Familie

Julidae

Körpergröße

Körperlänge 22–35 mm

Merkmale

Der Große Gelbbraune Schnurfüßer zeigt einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus in der Färbung. Männchen sind schwarz oder blaugrau geringelt, während Weibchen eine auffällig hellgraugelbe bis orangegelbe Grundfärbung tragen, die von drei markanten schwarzbraunen Längsbinden durchzogen wird. Wie alle Schnurfüßer besitzt die Art einen walzenförmigen, vielfach segmentierten Körper mit je zwei Beinpaaren pro Rumpfsegment – charakteristisch für Diplopoda. Die Beine arbeiten in wellenförmigen Bewegungsmustern, was der Art ihren gleichmäßig gleitenden Gang verleiht.

Lebensraum

Megaphyllum projectum besiedelt bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie andere strukturreiche Lebensräume mit ausreichendem Angebot an Laubstreu und Totholz. Die Art kommt sowohl in eher feuchten als auch in trockeneren Lebensräumen vor und ist gegenüber unterschiedlichen Boden- und Mikroklimabedingungen vergleichsweise tolerant. Typische Fundorte sind die Streuschicht von Wäldern, Bereiche mit morschem Holz sowie Waldränder und andere strukturreiche Standorte. Aktive Tiere sind vor allem in den Frühjahrs- und Herbstmonaten zu beobachten, wenn Feuchtigkeit und Temperatur günstig sind. Im Hochsommer können sie sich bei Trockenheit in geschützte Bereiche des Bodens und der Streuschicht zurückziehen.

Besonderheiten

Wie viele Doppelfüßer kann auch der Große Gelbbraune Schnurfüßer bei Bedrohung Wehrsekrete aus seitlichen Drüsen absondern, die Fressfeinde abschrecken. Die Art ernährt sich überwiegend von verrottendem Pflanzenmaterial und Humus und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldbodens. Megaphyllum projectum ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet, in Deutschland vor allem in wärmebegünstigten Regionen zu finden. Eine Verwechslung ist mit anderen Juliden möglich, etwa Megaphyllum unilineatum, das jedoch ein abweichendes Zeichnungsmuster aufweist. Zur sicheren Bestimmung ist oft eine mikroskopische Untersuchung der Gonopoden beim Männchen notwendig.