Renntier-Bremse (Hybomitra tarandina)

Bremse Hybomitra tarandina

Name

Renntier-Bremse (Hybomitra tarandina)

Familie

Tabanidae (Bremsen)

Körpergröße

Körperlänge bis ca. 23 mm

Merkmale

Hybomitra tarandina ist eine mittelgroße bis große Bremse mit einer Körperlänge von etwa 23 mm. Das Abdomen zeigt eine auffällige schwarz-gelbe Querringelung, die als wichtiges Erkennungsmerkmal dient. Wie bei anderen Bremsen der Gattung Hybomitra sind die Augen der Männchen im Leben oft intensiv gefärbt und berühren sich auf der Stirn, während Weibchen getrennte Augen besitzen. Der Körperbau ist gedrungen und kräftig, typisch für blutsaugende Bremsenarten.

Lebensraum

Die Art ist auf Sumpf- und Moorbiotope spezialisiert und zur Fortpflanzung zwingend auf Schwingrasen in Hoch- oder Zwischenmooren angewiesen. Solche Lebensräume sind in Mitteleuropa stark zurückgegangen, was zur Seltenheit der Art beiträgt. Die Flugzeit liegt wie bei verwandten Hybomitra-Arten typischerweise im späten Frühjahr und Frühsommer, etwa von Mai bis Juli, wobei die Hauptaktivität in den wärmeren Mittagsstunden liegt.

Besonderheiten

Besonders bemerkenswert ist das stark unterschiedliche Ausbreitungsverhalten der Geschlechter: Weibchen können auf der Suche nach neuen Lebensräumen viele hundert Kilometer zurücklegen, während Männchen sehr standorttreu sind und den Brutplatz oder dessen unmittelbares Umfeld kaum verlassen. Die Determination wurde durch den Spezialisten Theo Zeegers bestätigt, was die Schwierigkeit der Artbestimmung innerhalb der artenreichen Gattung Hybomitra unterstreicht. Hybomitra tarandina gilt als seltene und wenig nachgewiesene Art, deren Vorkommen in Mitteleuropa eng an intakte Moorlandschaften geknüpft ist. Der Artname tarandina leitet sich vom Rentier (Rangifer tarandus) ab und verweist auf die nördlichen und borealen Verbreitungsschwerpunkte der Art.