Stilettfliege Thereva cf. microcephala
Name
Thereva microcephala
Familie
Therevidae (Stilettfliegen)
Körpergröße
Weibchen 10–13 mm, Männchen bis 11 mm
Merkmale
Thereva microcephala ist eine mittelgroße Stilettfliege mit schlankem, langgestrecktem Körperbau, der typisch für die Familie der Therevidae ist. Charakteristisch ist in der Dorsalansicht der Kopf, der so breit wie der Thorax ist. Auffällig ist zudem das Verhältnis der Beinabschnitte: Tibia 1 ist länger als Femur 1 – ein wichtiges Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten. Wie bei vielen Stilettfliegen ist der Körper dicht behaart und wirkt dadurch samtig. Weibchen sind mit 10–13 mm etwas größer als die Männchen, die maximal 11 mm erreichen. Die Männchen der Gattung Thereva sind anhand von Fotos kaum sicher zu bestimmen, da die artdiagnostischen Merkmale oft nur durch mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen zuverlässig zu erfassen sind.
Lebensraum
Thereva cf. microcephala bewohnt bevorzugt Waldränder und Hecken-Biotope, also strukturreiche Übergangsbereiche zwischen Gehölz und offenem Gelände. Solche Biotope bieten sowohl besonnte Stellen für die wärmeliebenden Imagines als auch lockere, sandige oder humusreiche Böden für die räuberisch lebenden Larven. Stilettfliegen sind in Mitteleuropa überwiegend von Mai bis August anzutreffen, wobei der Flugzeitgipfel je nach Art und Witterung meist in den Sommermonaten Juni und Juli liegt.
Besonderheiten
Stilettfliegen tragen ihren deutschen Namen wegen des spitz zulaufenden Hinterleibs der Weibchen, der einem Stilett ähnelt. Die Larven von Therevidae leben im Boden oder in morschem Holz und ernähren sich räuberisch von anderen Bodentieren, insbesondere Käferlarven. Die Art gilt als selten und ist in vielen Regionen Mitteleuropas nur vereinzelt nachgewiesen. Die Gattung Thereva umfasst in Europa zahlreiche ähnlich aussehende Arten, was die Bestimmung erheblich erschwert und eine genaue Artansprache häufig nur durch Spezialisten möglich macht. Das cf. im Artnamen weist auf eine unsichere Bestimmung hin und signalisiert, dass eine endgültige Zuordnung noch aussteht.