Raufühler-Dickmaulrüssler (Simo hirticornis / Simo variegatus)

Raufühler-Dickmaulrüssler Simo hirticornis

Name

Raufühler-Dickmaulrüssler (Simo hirticornis / Simo variegatus)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Körpergröße

ca. 4–6 mm Körperlänge

Merkmale

Simo hirticornis und Simo variegatus sind einander so ähnlich, dass eine sichere Unterscheidung anhand äußerer Merkmale nicht möglich ist – selbst auf Fotos lassen sich die beiden Arten nicht trennen. Beide Arten zeigen die typische Gestalt der Dickmaulrüssler: ein gedrungener, oval-gewölbter Körper mit kurzem, breitem Rüssel und auffällig behaarten, rau wirkenden Fühlern, worauf der deutsche Name Raufühler-Dickmaulrüssler hinweist. Die Körperoberfläche ist graubraun bis bräunlich gesprenkelt, oft mit einer unregelmäßigen, scheckigen Musterung aus hellen und dunklen Schuppenhärchen. Eine sichere Artbestimmung erfordert eine Genitaluntersuchung unter dem Mikroskop.

Lebensraum

Simo hirticornis lebt polyphag und besiedelt sowohl Laub- als auch Nadelhölzer in verschiedenen Waldgesellschaften. Die verwandte Art Simo variegatus bevorzugt dagegen Laubbäume, insbesondere Rotbuche (Fagus) und Birke (Betula). Beide Arten sind typische Bewohner von Wäldern und Waldrändern Mitteleuropas. Das vorliegende Exemplar wurde im Juni 2014 beim Hohen Holz bei Wunstorf nachgewiesen. Die Hauptaktivitätszeit der Imagines liegt im Frühjahr und Frühsommer, etwa von Mai bis Juli.

Besonderheiten

Die Gattung Simo gehört zur artenreichen Familie der Rüsselkäfer und ist in Mitteleuropa mit wenigen, schwer trennbaren Arten vertreten. Die enge morphologische Ähnlichkeit zwischen Simo hirticornis und Simo variegatus macht sie zu einem klassischen Beispiel für einen Artenkomplex, der selbst erfahrene Entomologen vor Bestimmungsprobleme stellt. Während Simo variegatus als Nahrungsspezialist auf bestimmte Laubbäume angewiesen ist, zeigt Simo hirticornis eine deutlich breitere ökologische Nische als Generalist an Laub- und Nadelhölzern. Die Larven entwickeln sich vermutlich an Wurzeln oder im Bereich der Rinde ihrer Wirtspflanzen, wie es bei vielen Dickmaulrüsslern üblich ist. Über Gefährdungsstatus und Bestandssituation der beiden Arten in Deutschland liegen nur wenige gesicherte Daten vor.