Distel-Kurzrüssler (Rhinocyllus conicus)
Name
Distel-Kurzrüssler (Rhinocyllus conicus)
Familie
Rüsselkäfer (Curculionidae)
Körpergröße
Körperlänge 4–6,5 mm
Merkmale
Der Distel-Kurzrüssler ist ein gedrungen gebauter Rüsselkäfer mit dem für Curculionidae typischen kurzen, kräftigen Rüssel. Die Körperoberfläche ist dicht mit gelblich-grauen bis weißlichen Schuppen und Borsten bedeckt, die ein geflecktes oder marmoriertes Muster erzeugen. Die Flügeldecken sind oval und zeigen deutliche Längsstreifen. Beine und Fühler sind kräftig ausgebildet, die Fühler am Rüssel ansetzend. Insgesamt wirkt das Tier durch seine Beschuppung unauffällig und gut getarnt.
Lebensraum
Der Distel-Kurzrüssler besiedelt bevorzugt trockene bis mäßig feuchte Offenlandlebensräume wie Trockenrasen, Wegränder, Böschungen, Brachen und extensiv genutzte Wiesen – überall dort, wo Disteln der Gattungen Carduus und Cirsium wachsen. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und wurde als biologisches Bekämpfungsmittel in Nordamerika eingeführt. Adulte Tiere sind vor allem im Frühjahr und Frühsommer aktiv, wenn die Disteln in die Knospungsphase eintreten. Die Larven entwickeln sich anschließend in den Blütenköpfen. Die neu geschlüpften Käfer erscheinen noch im selben Jahr und überwintern anschließend als adulte Tiere.
Besonderheiten
Das Weibchen legt seine Eier gezielt an Distelknospen ab. Die Larven fressen sich ins Innere der Blütenköpfe und entwickeln sich dort geschützt, was die Reproduktion der Wirtspflanze direkt beeinträchtigt. Wegen dieser phytophagen Spezialisierung wurde Rhinocyllus conicus absichtlich in Nordamerika freigesetzt, um invasive Disteln biologisch zu regulieren. Dies hatte allerdings unbeabsichtigte Auswirkungen auf einheimische Distelarten und gilt heute als warnendes Beispiel für die Risiken der klassischen biologischen Schädlingsbekämpfung. In Europa gilt die Art als ungefährdet.