Weiden-Gallenbohrer (Archarius salicivorus)

Weiden-Gallenbohrer Archarius (Curculio) salicivorus

Name

Weiden-Gallenbohrer (Archarius salicivorus)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Körpergröße

Körperlänge 2–3 mm

Merkmale

Der Weiden-Gallenbohrer ist ein sehr kleiner Rüsselkäfer mit einer Körperlänge von nur 2 bis 3 mm. Wie für Curculionidae typisch, besitzt er einen deutlich ausgeprägten Rüssel, der zur Eiablage in Pflanzengallen genutzt wird. Die Grundfärbung ist braun bis graubraun, die Körperoberfläche ist mit feinen Schuppen und Borsten besetzt, was bei vielen Arten dieser Gattung zur Tarnung beiträgt. Die Beine sind kräftig und zum Klettern an Weidenzweigen geeignet.

Lebensraum

Die Art ist eng an Weiden (Salix) gebunden und besiedelt Lebensräume, in denen diese Gehölze vorkommen – darunter Auwälder, Ufergehölze, Feuchtwiesen mit Weidenbeständen sowie Gebüsche in Fluss- und Bachnähe. Erwachsene Tiere sind von Mai bis September anzutreffen und halten sich bevorzugt in unmittelbarer Nähe ihrer Wirtspflanzen auf.

Besonderheiten

Der Weiden-Gallenbohrer ist ein bemerkenswerter Kleptoparasit: Die Weibchen legen ihre Eier gezielt in die Gallen, die die Blattwespe Pontania an Weidenblättern erzeugt. Die Käferlarven ernähren sich vom Pflanzengewebe der Galle, verdrängen dabei die ursprüngliche Blattwespenlarve, die in der Regel abstirbt. Die Art entwickelt zwei Generationen pro Jahr, und die Überwinterung erfolgt im Adultstadium als Imago – ein bei Rüsselkäfern häufig anzutreffendes Muster. Das enge Zusammenspiel mit einer spezifischen Wirtswespe und deren Gallenstrukturen macht diese Art zu einem interessanten Beispiel für ökologische Spezialisierung innerhalb der Curculionidae.