Schwarzer Lappenrüssler (Otiorhynchus morio)
Name
Schwarzer Lappenrüssler (Otiorhynchus morio)
Familie
Rüsselkäfer (Curculionidae)
Körpergröße
Körperlänge 10–15 mm
Merkmale
Der Schwarze Lappenrüssler ist ein kräftig gebauter Rüsselkäfer mit dem für die Gattung Otiorhynchus typischen breiten, rüsselartig verlängerten Kopf. Die Körperoberfläche ist schwarz und matt, häufig mit einer leicht körnig-runzeligen Skulptur auf den Flügeldecken. Die Beine sind ebenfalls schwarz, worauf der Alternativname Schwarzbeiniger Dickmaulrüssler hinweist. Wie bei vielen Otiorhynchus-Arten sind die Flügel zurückgebildet, sodass die Tiere flugunfähig sind und sich ausschließlich laufend fortbewegen. Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden, Männchen sind jedoch deutlich seltener als Weibchen.
Lebensraum
Der Schwarze Lappenrüssler besiedelt bevorzugt Mittelgebirgslagen und ist in Niedersachsen vor allem in Bereichen wie dem Süntel und angrenzenden Hügellandschaften anzutreffen. Er lebt in Wäldern, an Waldrändern sowie in krautreicher Vegetation. Im Flachland tritt die Art nur vereinzelt auf. Die Adulttiere sind überwiegend nachtaktiv und laufen am Boden sowie auf Pflanzen auf der Suche nach Nahrung. Die Erscheinungszeit der Imagines liegt hauptsächlich im Frühjahr und Frühsommer, also etwa von April bis Juli, wobei Funde wie der vorliegende aus dem Mai typisch sind.
Besonderheiten
Otiorhynchus morio kann mit mehreren anderen Arten der artenreichen Gattung Otiorhynchus verwechselt werden, weshalb eine sichere Bestimmung oft eine genaue Untersuchung erfordert. Die Art pflanzt sich überwiegend parthenogenetisch fort, das heißt, Weibchen können sich ohne Männchen vermehren, was das seltene Auftreten von Männchen erklärt. Die Larven leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, während die Adulten oberirdische Pflanzenteile befressen. Als flugunfähige Art verbreitet sich der Schwarze Lappenrüssler nur langsam und ist daher in seinem Vorkommen vergleichsweise standorttreu.