Fichtenrüsselkäfer (Hylobius abietis)

Den Großen Braunen Rüsselkäfer findet man in Nadel- oder Mischwäldern

Name

Fichtenrüsselkäfer (Hylobius abietis)

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Körpergröße

Körperlänge 8–14 mm

Merkmale

Der Fichtenrüsselkäfer (auch Großer Brauner Rüsselkäfer) ist ein kräftig gebauter Käfer mit dem für Rüsselkäfer typischen, deutlich verlängerten Rüssel. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarzbraun, der Körper ist mit unregelmäßigen gelblich-weißen Fleckchen aus feinen Härchen bedeckt, die ein charakteristisches Muster auf den Flügeldecken bilden. Die Flügeldecken weisen grobe Punktreihen auf. Die Beine sind rötlich-braun gefärbt. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, wobei Weibchen im Durchschnitt etwas größer werden können.

Lebensraum

Hylobius abietis besiedelt Nadel- und Mischwälder in weiten Teilen Europas und Asiens. Er ist besonders häufig in Fichten- und Kiefernforsten anzutreffen, wo er an frischen Schlagflächen und in der Nähe von Baumstümpfen lebt, da diese als Brutstätten dienen. Die Imagines sind von April bis Juli aktiv und fressen an der Borke junger Nadelbäume, bevorzugt Kiefer und Fichte. Ein Exemplar wurde im Mai 2015 im Luther Wald beobachtet.

Besonderheiten

Der Fichtenrüsselkäfer gilt als einer der bedeutendsten Forstschädlinge Mitteleuropas. Besonders nach Kahlschlägen oder Sturmwürfen kommt es zu Massenvermehrungen, da die Weibchen ihre Eier bevorzugt in frische Nadelholzstümpfe ablegen. Die schlüpfenden Larven entwickeln sich unter der Rinde und verpuppen sich dort. Die fertig entwickelten Käfer fressen dann Reifungsfraß an der Rinde junger Forstpflanzen, was vor allem in Aufforstungen erhebliche Schäden verursachen kann und ganze Kulturen zum Absterben bringt. Der Entwicklungszyklus dauert je nach Witterung und Standort zwei bis drei Jahre. Zur Bekämpfung werden neben chemischen Mitteln zunehmend biologische Verfahren wie der Einsatz von Nematoden eingesetzt.