Plattkäfer (Pediacus depressus)
Name
Plattkäfer (Pediacus depressus)
Familie
Cucujidae (Plattkäfer)
Körpergröße
Körperlänge 3,5 bis 4,5 mm
Merkmale
Pediacus depressus ist, wie der deutsche Name Plattkäfer bereits andeutet, durch seinen ausgesprochen flachgedrückten Körperbau gekennzeichnet – eine Anpassung an das Leben unter enger Rinde. Die Grundfärbung ist rotbraun bis dunkelbraun, die Oberfläche fein punktiert und leicht glänzend. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die Lage der Zähnchen am Hinterwinkel des Halsschildes: Bei Pediacus depressus sitzen diese Zähnchen deutlich weit von der Basis entfernt, was die Art von der sehr ähnlichen Pediacus dermestoides unterscheidet. Die Fühler sind gerade gestreckt und enden in einer schwach ausgeprägten Keule. Die Beine sind kräftig und für das Laufen unter Rinde gut geeignet.
Lebensraum
Der Plattkäfer Pediacus depressus besiedelt vor allem Laub- und Mischwälder sowie ältere Parkanlagen mit totholzreichen Baumbeständen. Sowohl Larven als auch adulte Tiere halten sich bevorzugt unter der losen, abstehenden Rinde verschiedener Laubbäume auf, wo ein feuchtes Mikroklima herrscht und ausreichend Beutetiere vorkommen. Besonders Eichen, Buchen und andere starke Laubbäume mit absterbenden oder bereits toten Rindenpartien werden als Lebensraum genutzt. Die Erscheinungszeit der Imagines erstreckt sich von Juni bis August.
Besonderheiten
Pediacus depressus ist ein räuberisch lebender Käfer – sowohl die Larven als auch die fertigen Käfer jagen aktiv kleine Insekten und deren Larven unter der Baumrinde. Die Art ist damit ein nützlicher Bewohner des Totholzlebensraums und trägt zur natürlichen Regulierung von Rindenschädlingen bei. Eine häufige Verwechslungsart ist Pediacus dermestoides, der ebenfalls unter Laubbaumrinde lebt. Die genaue Lage der Halsschild-Zähnchen ist hier das entscheidende Trennmerkmal. Pediacus depressus gilt in Teilen Mitteleuropas als nicht häufige Art und ist auf strukturreiche, totholzreiche Wälder angewiesen – Lebensräume, die durch intensive Forstwirtschaft zunehmend selten werden.