Rauher Lappenrüssler (Otiorhynchus raucus)
Name
Rauher Lappenrüssler (Otiorhynchus raucus)
Familie
Rüsselkäfer (Curculionidae)
Körpergröße
Körperlänge 5–10 mm
Merkmale
Der Rauhe Lappenrüssler ist ein mittelgroßer Rüsselkäfer mit dem für Otiorhynchus-Arten typischen geknickten Rüssel und den auffällig gelappten Schenkelanhängen, die der Gattung ihren deutschen Namen geben. Der Körper ist dunkel schwarzbraun bis schwärzlich gefärbt und wirkt durch eine schuppige oder körnige Skulptur auf den Flügeldecken matt und rau – daher der Artname raucus (lateinisch für rau). Die Flügeldecken sind zu einem festen Panzer verwachsen, weshalb der Käfer flugunfähig ist. Die Fühler sind gekniet und enden in einer deutlichen Keule.
Lebensraum
Der Rauhe Lappenrüssler besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Wiesen, Waldränder, Hecken-Biotope und Gärten zählen gleichermaßen zu seinen Aufenthaltsorten. Die Art ist von April bis September aktiv. Tagsüber versteckt sie sich unter Steinen, Rindenstücken oder in der Bodenstreu, nachts geht sie auf Nahrungssuche. Die Larven leben unterirdisch und entwickeln sich in der Erde, wo sie an den Wurzeln verschiedener Pflanzen fressen.
Besonderheiten
Der Rauhe Lappenrüssler ist streng nachtaktiv und lässt sich daher am besten bei Dunkelheit oder durch gezieltes Absuchen von Verstecken nachweisen. Als polyphager Pflanzenfresser nutzt er ein breites Nahrungsspektrum: Die Imagines benagen die Blätter und Blattränder von Wildpflanzen sowie Kulturpflanzen wie Erdbeere, Rhabarber und Johannisbeere, wodurch typische halbkreisförmige Fraßspuren entstehen. An Nutzpflanzen kann die Art gelegentlich als Schädling auftreten, wobei der Wurzelfraß der Larven oft wirtschaftlich bedeutsamer ist als der Blattfraß der Käfer. Die Art ist wie viele Otiorhynchus-Arten parthenogenetisch – Männchen sind extrem selten, die Fortpflanzung erfolgt überwiegend ohne Befruchtung. Innerhalb der artenreichen Gattung Otiorhynchus ist eine sichere Bestimmung oft nur durch genaue Untersuchung möglich.