Gemeiner Widderbock, Wespenbock (Clytus arietis)

Clytus arietis findet man in lichten Laubwäldern

Name

Gemeiner Widderbock, auch Wespenbock (Clytus arietis)

Familie

Bockkäfer (Cerambycidae)

Körpergröße

Körperlänge 7–14 mm

Merkmale

Der Gemeine Widderbock ist ein mittelgroßer Bockkäfer mit schlankem, leicht gewölbtem Körper. Sein auffälligstes Merkmal ist die Wespentracht: Der schwarze Körper ist mit mehreren gelben Querbinden auf den Flügeldecken gezeichnet, was ihn täuschend echt einer Wespe ähneln lässt. Die Beine sind gelblich-orange gefärbt, die Fühler deutlich kürzer als bei vielen anderen Bockkäfern. Die Flügeldecken laufen zur Spitze hin leicht zusammen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum äußerlich, wobei Weibchen tendenziell etwas gedrungener wirken.

Lebensraum

Der Wespenbock besiedelt lichte Laubwälder, Waldränder und Gebüschzonen, bevorzugt in wärmebegünstigten Lagen. Er ist häufig an blütenreichen Saumstrukturen anzutreffen, wo er Doldenblütler, Weißdorn und andere Blütenpflanzen zur Nahrungsaufnahme aufsucht. Die Larven entwickeln sich in abgestorbenem Laubholz, besonders in Buche und Eiche. Die Erscheinungszeit der adulten Käfer erstreckt sich von Mai bis Juli.

Besonderheiten

Die gelb-schwarz gebänderte Färbung des Wespenbocks ist ein klassisches Beispiel für Batessche Mimikry: Der völlig harmlose Käfer ahmt das Erscheinungsbild stachelbewehrter Wespen nach und schützt sich so vor Fressfeinden. Noch überzeugender wird die Tarnung durch sein Verhalten – er läuft ruckartig und hektisch über Blüten, ganz ähnlich wie echte Wespen. Die Larvalentwicklung dauert etwa zwei Jahre im Totholz. Die Art gilt als nützlich im Waldökosystem, da sie zur Totholzzersetzung beiträgt und gleichzeitig als Bestäuber fungiert. In Deutschland ist der Wespenbock weit verbreitet und nicht gefährdet.