Rothalsiger Weidenbock (Oberea oculata)
Name
Rothalsiger Weidenbock (Oberea oculata)
Familie
Bockkäfer (Cerambycidae)
Körpergröße
Körperlänge 15–21 mm
Merkmale
Der Rothalsige Weidenbock ist ein schlanker, langgestreckter Bockkäfer mit auffällig langen Fühlern, die für Cerambyciden typisch sind. Der Halsschild ist leuchtend rot bis orange gefärbt, was der Art ihren gebräuchlichsten deutschen Namen eingebracht hat. Die Flügeldecken sind gelblich bis bräunlich mit dunklen Längslinien, worauf der Alternativname Bunter Linienbock hinweist. Auf dem Halsschild befinden sich zwei schwarze Punkte, die charakteristisch für die Art sind. Die Fühler erreichen oft annähernd die Körperlänge oder überragen sie leicht.
Lebensraum
Oberea oculata lebt bevorzugt in feuchten Wäldern, Auwäldern, Mooren und Ufergehölzen, überall dort, wo Weiden der Gattung Salix in größeren Beständen wachsen. Die Larven entwickeln sich im Inneren von Weidenzweigen und -ästen, in die sie sich einbohren. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Blättern und der Borke der Wirtspflanzen. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September. Ein Exemplar wurde im August 2011 beim Wunstorfer Moor beobachtet, einem typischen Lebensraum dieser Art.
Besonderheiten
Die Larvalentwicklung von Oberea oculata findet endophytisch in Weidenzweigen statt und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Befallene Triebe welken charakteristisch ab, was als Hinweis auf die Anwesenheit der Art dienen kann. Als Verwechslungsart kommt der nah verwandte Pappel-Linienbock (Oberea linearis) in Betracht, der jedoch an Haselnuss und anderen Laubhölzern lebt. Oberea oculata gilt in Mitteleuropa als nicht gefährdet, ist aber an das Vorhandensein geeigneter Weidenvorkommen gebunden und damit von der Erhaltung feuchter Lebensräume abhängig.