Kleiner Halsbock oder Bleicher Blütenbock (Pseudovadonia livida)
Name
Kleiner Halsbock oder Bleicher Blütenbock (Pseudovadonia livida)
Familie
Bockkäfer (Cerambycidae)
Körpergröße
Körperlänge ca. 8 mm
Merkmale
Der Kleine Halsbock ist ein zierlicher Bockkäfer mit schlankem, langgestrecktem Körperbau. Die Deckflügel sind hell gelbbraun bis strohgelb gefärbt, was ihm den Beinamen Bleicher Blütenbock eingebracht hat. Die langen, charakteristischen Fühler der Bockkäfer sind auch bei dieser Art deutlich ausgeprägt, wenngleich sie im Vergleich zu anderen Vertretern der Familie eher unauffällig wirken. Die Beine sind schlank und hellbraun gefärbt. Insgesamt wirkt das Tier zart und unscheinbar, was eine Verwechslung mit verschiedenen blütenbesuchenden Weichkäfern oder Scheinbockkäfern durchaus möglich macht.
Lebensraum
Der Kleine Halsbock besiedelt lichte Wälder, Waldränder und Lichtungen, wo ein reiches Blütenangebot vorhanden ist. Die Art bevorzugt Standorte mit humusreichem Boden, da die Larvalentwicklung an das Vorkommen des Pilzes Nelkenschwindling (Marasmius oreades) gebunden ist. Erwachsene Tiere sind von Mai bis August aktiv und besuchen zahlreiche Blütenpflanzen, besonders Doldenblütler, zur Nahrungsaufnahme.
Besonderheiten
Pseudovadonia livida zeigt eine außergewöhnliche Bindung an den Nelkenschwindling (Marasmius oreades): Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich in Böden ab, die vom Mycel dieses Pilzes durchwachsen sind. Die Larven entwickeln sich vermutlich in enger Assoziation mit diesem Mykorrhiza- bzw. Saprobiontenpilz, was die Art an spezifische Standortbedingungen bindet und sie gegenüber Habitatveränderungen anfällig macht. Adulte Tiere sind typische Blütenbesucher und ernähren sich von Pollen und Nektar, womit sie eine gewisse Rolle als Bestäuber übernehmen. Aufgrund ihrer unauffälligen Färbung und geringen Größe wird die Art im Freiland leicht übersehen oder mit ähnlich gefärbten Blütenkäfern verwechselt.