Eichen-Zangenbock (Rhagium sycophanta)
Name
Eichen-Zangenbock (Rhagium sycophanta)
Familie
Bockkäfer (Cerambycidae)
Körpergröße
Körperlänge 17–30 mm
Merkmale
Der Eichen-Zangenbock gehört zu den auffälligeren heimischen Bockkäfern. Der Körper ist langgestreckt und kräftig gebaut, die Grundfärbung schwarzbraun bis schwarz mit charakteristischen gelblichen oder cremefarbenen Haarbinden auf den Flügeldecken, die ein unregelmäßiges Muster ergeben. Die Flügeldecken sind an den Seiten und an der Spitze abgerundet. Die langen, kräftigen Fühler sind ein typisches Merkmal der Bockkäfer, beim Eichen-Zangenbock jedoch verhältnismäßig kurz im Vergleich zu anderen Vertretern der Familie. Die Beine sind kräftig und gut zum Festklammern an Baumrinde geeignet.
Lebensraum
Der Eichen-Zangenbock besiedelt feuchte Laub- und Mischwälder, in denen ältere Eichen vorkommen. Als Brutbäume dienen vor allem starke, anbrüchige oder absterbende Eichen, seltener andere Laubbäume. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde und im Splintholz solcher Bäume. Imagines findet man von Mai bis Juli, häufig direkt an den Brutbäumen oder in der umgebenden Vegetation auf Blütenpflanzen, da sie sich von Pollen ernähren. Die Art ist auf strukturreiche Wälder mit einem ausreichenden Angebot an Totholz und Altbäumen angewiesen.
Besonderheiten
Der Eichen-Zangenbock gilt als wichtiger Bestandteil totholzbewohnender Käfergemeinschaften und ist ein Indikator für naturnahe, strukturreiche Wälder. In Niedersachsen wird die Art in der Roten Liste mit RL3 (gefährdet) eingestuft, was auf den Rückgang geeigneter Lebensräume durch forstwirtschaftliche Nutzung und den Mangel an stehendem sowie liegendem Totholz zurückzuführen ist. Der Schutz alter Eichenbestände und die Förderung von Totholz sind daher entscheidend für den Erhalt der Art. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen Rhagium-Arten wie dem Vielfleck-Zangenbock (Rhagium mordax) möglich, der jedoch andere Brutbäume bevorzugt.