Gewöhnlicher Streuläufer (Syntomus truncatellus)
Name
Gewöhnlicher Streuläufer (Syntomus truncatellus)
Familie
Krabbelkäfer (Melyridae) – früher zur Familie Anthicidae gestellt, heute zur Unterfamilie Syntomus innerhalb der Melyridae gerechnet
Körpergröße
Körperlänge: ca. 3 mm
Merkmale
Der Gewöhnliche Streuläufer ist ein sehr kleiner, schlanker Käfer von nur etwa 3 mm Länge. Der Körper ist dunkelbraun bis schwärzlich gefärbt, die Flügeldecken (Elytren) zeigen oft eine charakteristische hellere, gelblich-braune Zeichnung in Form von Flecken oder Querbinden. Der Halsschild ist herzförmig eingeschnürt, was typisch für die Gattung Syntomus ist. Die Beine sind hell gefärbt und auffallend schlank. Der abgestutzte Hinterrand der Flügeldecken – auf den der Artname truncatellus hinweist – ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal.
Lebensraum
Der Gewöhnliche Streuläufer bewohnt vor allem trockene, sandige Lebensräume wie Sandgruben, Binnendünen, Trocken- und Magerwiesen sowie Uferböschungen mit sandigem Substrat. Auch an Waldrändern und in lichten, wärmebegünstigten Offenlandschaften ist die Art anzutreffen. Die Käfer leben bodennah in der Streu, unter Steinen und in Moos. Syntomus truncatellus ist in Mitteleuropa weit verbreitet und die häufigste Art ihrer Gattung. Adulte Tiere sind überwiegend von April bis Oktober aktiv, mit einem Aktivitätsschwerpunkt in den Sommermonaten. Das beschriebene Exemplar wurde im Juni auf einer Wiese am Luther Forst gefunden.
Besonderheiten
Syntomus truncatellus gilt als räuberisch lebender Käfer, der sich von kleinen Insekten, Milben und organischen Kleinstpartikeln ernährt. Die Art ist tag- und nachtaktiv und läuft flink am Boden umher. In Mitteleuropa ist sie vergleichsweise häufig und gilt als ungefährdet. Verwechslungen sind möglich mit anderen Syntomus-Arten wie Syntomus foveatus oder Syntomus pallipes, die ebenfalls ähnliche Habitate besiedeln und sich nur durch subtile Merkmale wie Punktierung, Zeichnungsmuster oder Körperproportionen unterscheiden lassen. Eine genaue Bestimmung erfordert daher oft die Untersuchung unter dem Binokular. Die Geschlechter lassen sich anhand der Vordertarsen der Männchen unterscheiden, die leicht erweitert sind.