Wald-Kuckuckshummel (Bombus cf. sylvestris)
Name
Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris)
Familie
Apidae (Echte Bienen)
Körpergröße
Körperlänge 13–16 mm
Merkmale
Die Wald-Kuckuckshummel ist eine mittelgroße Hummelart mit einer Körperlänge von 13 bis 16 mm. Der Körper ist überwiegend schwarz behaart und besitzt eine gelbliche Binde am vorderen Thorax sowie eine helle bis weißliche Hinterleibsspitze. Als Kuckuckshummel bringt sie keine Arbeiterinnen hervor; deshalb fehlen ihr die Körbchen an den Hinterbeinen zum Pollentransport, die bei den Weibchen sozialer Hummelarten vorhanden sind.
Lebensraum
Die Wald-Kuckuckshummel besiedelt bevorzugt strukturreiche Landschaften mit einem Mosaik aus Wald, Waldrändern und blütenreichen Offenflächen, da sie auf das Vorkommen ihrer Wirtsart, der Wiesenhummel, angewiesen ist. Sie ist in weiten Teilen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet. Die überwinterten Weibchen erscheinen bereits im zeitigen Frühjahr, meist ab April, um geeignete Wirtsnester aufzuspüren. Männchen und neue Weibchen sind im Sommer anzutreffen, bevor die befruchteten Weibchen ab Herbst in die Winterruhe gehen.
Besonderheiten
Die Wald-Kuckuckshummel ist ein sozialer Parasit, auch Kleptoparasit genannt. Überwinterte Weibchen dringen im Frühjahr in Nester der Wiesenhummel ein, eliminieren oder unterwerfen die dortige Königin und legen anschließend eigene Eier ab. Die Aufzucht des Nachwuchses übernimmt die bereits vorhandene Arbeiterinnengeneration des Wirtsvolks. Aus den Eiern entwickeln sich ausschließlich Geschlechtstiere, also Männchen und neue Weibchen. Nach der Paarung sterben die Männchen ab, während die befrachteten Weibchen überwintern und im nächsten Frühjahr erneut Wirtsnester parasitieren. Da die Art keine eigene Arbeiterinnengeneration bildet, ist sie vollständig auf das Vorhandensein ihrer Wirtsart angewiesen.