Rothaarbock (Pyrrhidium sanguineum)
Name
Rothaarbock (Pyrrhidium sanguineum)
Familie
Bockkäfer (Cerambycidae)
Körpergröße
Körperlänge: Männchen ca. 8 mm, Weibchen ca. 12 mm
Merkmale
Der Rothaarbock ist ein auffälliger Bockkäfer mit dicht rötlich bis ziegelrot behaarten Flügeldecken und einem überwiegend schwarz- bis braunschwarzen Körper. Die rote Behaarung verleiht der Art ihr charakteristisches Erscheinungsbild und ist namensgebend. Die Fühler sind fadenförmig; beim Männchen erreichen sie etwa Körperlänge, beim Weibchen sind sie deutlich kürzer. Der Halsschild und die Flügeldecken sind dicht behaart, wobei die rote Färbung vor allem an der Oberseite auffällt. Ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus zeigt sich auch in der Körpergröße: Weibchen werden meist größer als Männchen.
Lebensraum
Der Rothaarbock besiedelt Laubwälder sowie Streuobstwiesen und Parkanlagen – überall dort, wo geeignetes Totholz von Eiche, Buche oder Obstbäumen vorhanden ist. Die Käfer sind von April bis Juni aktiv und halten sich bevorzugt an sonnig exponierten, liegenden oder stehenden Laubholzstämmen auf. Als xylobionte Art ist die Verfügbarkeit von starkem Laubbaum-Totholz entscheidend für das Vorkommen der Art.
Besonderheiten
Die Larvalentwicklung dauert ein bis zwei Jahre und findet im Holz abgestorbener Laubbäume statt. Die Larven entwickeln sich zunächst unter der Rinde und dringen später tiefer in das Holz ein, wo die Verpuppung erfolgt. Die fertig entwickelten Käfer schlüpfen überwiegend im Frühjahr. Der Rothaarbock gilt in Deutschland derzeit als ungefährdet. Geeignetes Totholz von Laubbäumen ist für die Entwicklung der Art von großer Bedeutung. Eine Verwechslung ist mit anderen rötlich gefärbten Bockkäfern möglich; die charakteristische rote Behaarung und der typische Körperbau erleichtern jedoch die Bestimmung. Die rote Färbung wird teilweise als mögliche Warntracht interpretiert.