Hasel-Linienbock (Oberea linearis)

Hasel-Linienbock Oberea linearis

Name

Hasel-Linienbock (Oberea linearis)

Familie

Bockkäfer (Cerambycidae)

Körpergröße

Körperlänge 11–14 mm

Merkmale

Der Hasel-Linienbock ist ein schlanker, langgestreckter Bockkäfer mit überwiegend schwarzer Färbung. Kopf und Halsschild sowie der übrige Körper sind schwarz, während die Beine, die Taster und meist auch der Basalrand der Flügeldecken gelblich gefärbt sind. Die Flügeldecken sind schwarz und zeigen eine feine, unauffällige Behaarung sowie regelmäßige Längsreihen grober Punkte. Die Fühler sind kräftig und beim Männchen etwa körperlang, beim Weibchen reichen sie über die Mitte der Flügeldecken hinaus. Die charakteristische Kombination aus schwarzem Körper und gelblichen Partien macht die Art bei genauer Betrachtung gut erkennbar.

Lebensraum

Der Hasel-Linienbock besiedelt Waldränder, Hecken, Lichtungen und andere halboffene Lebensräume, in denen Hasel (Corylus avellana) vorkommt. Die Art ist eng an die Hasel gebunden: Die Larven entwickeln sich vor allem in dünnen, trockenen Haselästen und fressen dort Gänge in das Holz. Gelegentlich werden auch andere Laubhölzer wie Nussbaum, Linde oder Ulme genutzt. Die fertigen Käfer halten sich bevorzugt im Umfeld ihrer Brutpflanzen auf. Die Erscheinungszeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis August; die Tiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv.

Besonderheiten

Die Larvalentwicklung des Hasel-Linienbocks verläuft endophytisch, also im Inneren lebender Haseltriebe. Befallene Äste sterben häufig ab, was an charakteristischen Welkerscheinungen erkennbar ist. In forstlicher oder gärtnerischer Hinsicht kann die Art in Haselnussplantagen gelegentlich als Schädling auftreten, spielt dort aber selten eine wirtschaftlich bedeutsame Rolle. Die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet, jedoch nicht überall häufig und an das Vorhandensein ihrer Wirtspflanze gebunden. Eine gezielte Verwechslung mit anderen Oberea-Arten ist durch die charakteristische Färbung weitgehend ausgeschlossen.