Braunbindiger Zimmerbock (Acanthocinus griseus)

Braunbindiger Zimmerbock Weibchen

Name

Braunbindiger Zimmerbock (Acanthocinus griseus)

Familie

Bockkäfer (Cerambycidae)

Körpergröße

Körperlänge 6–14 mm (ohne Fühler), Fühler beim Männchen deutlich länger als der Körper

Merkmale

Der Braunbindige Zimmerbock ist ein mittelgroßer Bockkäfer mit graubraun gemusterter, rindenfarbener Zeichnung auf den Flügeldecken, die ihm eine hervorragende Tarnung auf Baumrinde verleiht. Die Flügeldecken zeigen ein charakteristisches Muster aus hellen und dunkleren Binden und Flecken. Die langen, geringelten Fühler sind ein typisches Merkmal der Bockkäfer und beim Männchen besonders auffällig lang. Weibchen besitzen einen deutlich sichtbaren Legebohrer (Ovipositor), der deutlich aus dem Hinterleib herausragt und zur Eiablage in Baumrinde dient.

Lebensraum

Der Braunbindige Zimmerbock besiedelt Nadel- und Mischwälder Mittel- und Nordeuropas. Er ist eng an Nadelholz gebunden und bevorzugt Bestände mit Kiefer, Fichte und Tanne. Als typische Totholzart ist er auf liegendes oder stehendes Nadelbaum-Totholz angewiesen, nimmt aber auch geschädigte, noch lebende Bäume an, etwa nach Waldbränden oder Sturmwürfen. Die Imagines sind von Mai bis August aktiv und oft in den Abendstunden oder nachts an Totholzstämmen zu beobachten.

Besonderheiten

Der Braunbindige Zimmerbock gilt als wichtiger Totholzzersetzer und spielt eine ökologische Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldes. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde und im Holz von Nadelbäumen, wo sie Fraßgänge anlegen. Bevorzugt werden frisch abgestorbene oder stark geschwächte Bäume, da die Rinde noch nicht zu hart und trocken sein darf. Die Art profitiert von Sturmereignissen, Borkenkäferbefall oder Waldbränden, die ihr geeignetes Brutmaterial bereitstellen. Verwechselt werden kann der Braunbindige Zimmerbock mit dem ähnlichen Zimmermannsbock (Acanthocinus aedilis), der jedoch deutlich größer ist und noch längere Fühler aufweist. Aufgrund moderner Forstwirtschaft mit wenig Totholz ist die Art regional selten geworden und gilt als Indikator für naturnahe Wälder.